|
|
Fischotter
lateinischer Name: Lutra lutra englischer Name: Otter französischer Name: Loutre Klasse: Säuger Ordnung: Raubtiere Familie: Marder Größe: 60-90cm, max.12kg Lebensraum: langsam fließende Gewässer |
| Der Fischotter als Vertreter in der Ordnung
der Raubtiere ist ein Marder, der sich an das Leben im Wasser angepasst
hat. Er ist von länglicher Gestalt und besitzt einen langen, im Querschnitt
rundlichen Steuerschwanz, der am Ansatz sehr
muskulös ist. Die Zehen und Finger sind mit
Schwimmhäuten
verbunden. Oberhalb der Schnauze finden sich Tasthaare,
die geringste Erschütterungen und Bewegungen im Wasser wahrnehmen
können. Der Otter ist in sehr guter und leidenschaftlicher Schwimmer
mit großem Bewegungsbedürfnis. Der Pelz
des Fischotters wirkt besonders gut isolierend. Die Haare sind wie bei
einem Reißverschluss ineinander verzahnt. Die feinen, bis zu 100
Millionen Haare ermöglichen ein gute Wärmedämmung. Dies
benötigt der Fischotter auch, denn er hat keine isolierende Fettschicht
in der Haut wie beispielsweise der Eisbär.
Fischotter leben in fast ganz Europa, in Asien kommen sie bis über den nördlichen Polarkreis und bis nach Japan vor. Man findet sie an bewachsenen Uferzonen von Seen und Flüssen. Ihr Revier grenzen sie durch das Abgeben von Kot ab. Sie ernähren sich von Fischen, Krebsen und Muscheln, gelegentlich auch von Amphibien, Vögeln, Insekten oder Würmern. Im Winter tauchen sie unter dem Eis und versorgen sich durch einen Luftraum zwischen Eis und Wasser mit Sauerstoff. Ihre Jungen ziehen die Fischotter in einem selbstgegrabenen oder vorgefundenen Bau in der Nähe von Uferböschungen auf. Der Eingang liegt etwa einen halben Meter unter der Wasseroberfläche. Die Wohnkammer ist im Trockenen, sie ist so hoch angelegt, dass ein normales Hochwasser keine Gefährdung darstellt. Die Männchen bleiben oft bei den Weibchen. Die Paarung findet am Land statt, sie erfolgt mit dem Ausgang des Winters im Februar oder im März. Die vier bis sechs Jungen werden nach zwei Monaten in der Wohnkammer des Baus geboren, sie sind anfangs blind und nicht mehr als 15 Zentimeter groß. Erst nach einem Monat öffnen sie die Augen, nach weiteren zwei Wochen unternehmen sie die ersten Schwimmversuche. Sie bleiben über ein Jahr lang bei der Mutter und lernen von ihr alle Tricks zum Schwimmen und zur Nahrungssuche. In Gefangenschaft zeigen sich Fischotter als sehr verspielt und gesellig. Leider wurden sie in der Vergangenheit aufgrund des Pelzes immer wieder gejagt. Eine andere Gefahr droht ihnen von Fischreußen, aus denen sie nicht mehr herauskommen und dann jämmerlich ertrinken. Heute sind ihre Bestände weitgehend geschützt. Zu den natürlichen Feinden gehören der Wolf, der Luchs und der Seeadler. |
| Copyright: T. Seilnacht |