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| Der Waschbär besitzt eine rundliche
Körperform, das Hinterteil erscheint leicht überhöht. Die
spitze Schnauze ist schwarz, ein auffälliges Merkmal ist die schwarz-weiße
Bänderung im Gesicht. Die schwarze Gesichtsmaske
unterhalb und zwischen den Augen ist fast durchgehend, während sie
beim ähnlichen Marderhund deutlich unterbrochen
ist. Das Allesfressergebiss setzt sich aus 40 Zähnen zusammen. Das
graubraune Fell ist variabel gezeichnet, oft finden sich am Schwanz vier
bis sechs schwarze Ringe. Die Ohren sind weiß umrandet. Die vier
Füße sind mit fünf frei beweglichen Fingern
oder Zehen versehen. Der Waschbär besitzt
einen ungewöhnlich guten Tastsinn. Mit
den Vorderpfoten untersucht er Objekte aller Art, auch unter Wasser. Unter
Wasser weicht sich die schützende Hornhaut an den Fußballen
auf, dadurch erhöht sich die Tastempfindlichkeit erheblich. Aber auch
das Gehör ist sehr empfindlich, selbst Insekten und Würmer im
Boden kann der Waschbär hören. Der Sohlengänger ist nicht
so schnell im Rennen, er kann sich aber auf die Hinterbeine stellen und
und auf Bäume klettern. Auch das Schwimmen ist kein Problem, ein Waschbär
hält viele Stunden im Wasser aus, da das dichte Fell einen guten Kälteschutz
darstellt.
Der Waschbär war ursprünglich in Nord- und Mittelamerika beheimatet. In Europa wurden erste Exemplare um 1930 in Hessen ausgesetzt. Seither hat er sich ausgebreitet. Der Kleinbär wohnt heute in Deutschland und den angrenzenden Ländern in Wäldern mit kleinen Tümpeln oder langsam fließenden Gewässern. Tagsüber schläft der Waschbär auf Bäumen oder in Baumhöhlen. Große, alte Bäume wie Eichen werden bevorzugt. Manchmal reicht ihm dafür auch ein alter Steinbruch, eine Felsspalte, ein Hochsitz oder dichtes Gestrüpp. Bei der Suche nach Fischen und Krebsen tastet er mit seinen Pfoten und den spreizbaren Fingern das Wasser ab. In der Stadt sucht er in der Dämmerung nach Abfällen, Getreideprodukte und Früchte werden gerne gefressen. Schaden richtet er an, wenn er sich über Vogelnester hermacht. Typisch für einen Waschbären ist das Nahrungswaschen im Wasser, wenn die Nahrung im Wasser oder in der Nähe gefunden wird. Aufgrund dieses in Gefangenschaft gut beobachtbaren Verhaltens erhielt das Tier seinen Namen. Während der Paarungszeit im Februar oder März paart sich ein Männchen mit mehreren Weibchen. Nach neun Wochen bringt dieses zwei bis vier Junge auf die Welt. In Einzelfällen können es auch sieben sein. Im ersten Monat werden sie von der Mutter gesäugt, nach fünf Wochen verlassen sie erstmals die Schlafhöhle. Bis zur endgültigen Entwöhnung nach vier Monaten werden die jungen Waschbären von ihrer Mutter begleitet und betreut. Waschbären machen im Winter keinen Winterschlaf, bei großer Kälte verbringen sie mehrere Wochen zum größten Teil schlafend. Ihr Herzschlag setzt sich dabei nicht herab, bei Störungen werden sie sofort aktiv. Einige Jungtiere verhungern in besonders kalten Wintern. Die bei Hunden, Mardern oder Kleinbären auftretende Staupe ist eine Viruskrankheit, die ganze Waschbärenpopulationen bedroht. Ein Waschbär kann in Gefangenschaft bis zu 16 Jahre alt werden, normalerweise beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung in freier Wildbahn aber nur wenige Jahre. |
| Copyright: T. Seilnacht |