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| Der Feldhase ist nur wenig größer
als der Schneehase und um einiges größer
als das Wildkaninchen, er wird bis zu 70 Zentimeter
lang und erreicht ein maximales Körpergewicht von sechs bis sieben
Kilogramm. Man kann ihn leicht an seinen sehr langen Ohren mit dunklen
Spitzen erkennen. Im Gegensatz zum Kaninchen ist das Fell weniger grau,
es enthält dafür mehr Rotbraun. Im Vergleich zum Schneehasen
wird sein Fell im Winter niemals weiß. Auffällig sind auch die
langen Hinterläufe, die auch Keulen genannt
werden. Am After und am Kopf neben Nase und an den Backen befinden sich
Duftdrüsen, die ein Sekret aussondern.
Dieses verteilt der Feldhase beim Putzen des Fells mit den Vorderpfoten
über den ganzen Körper. Das Gehör ist sehr gut ausgebildet,
die beiden Löffel sind sehr beweglich
und mit großen Schalltrichtern ausgestattet. Das Richtungshören
mit beiden Ohren ist hervorragend ausgeprägt. Als Pflanzenfresser
benötigt er kein hohe Sehschärfe
fürs Detail, dafür besitzt er ein Gesichtsfeld
von nahezu 360°. Er kann dadurch seine Feinde frühzeitig rundum
wahrnehmen. Aufgrund seiner langen Hinterbeine ist er sehr flink, er schlägt
Haken oder vollführt Sprünge und kann eine Geschwindigkeit von
50-70 Kilometern pro Stunde erreichen.
Der Feldhase lebt in Europa, im westlichen Asien und in Nordafrika. Er bewohnt Steppengebiete, aber auch nahezu alle anderen Lebensräume. Größere, zusammenhängende Waldgebiete meidet er. Man findet ihn an der Meeresküste, im Hochgebirge und vor allem in kleinräumigen Heckenlandschaften. Dieser Lebensraum zeichnet sich durch kleine Felder aus, die durch Hecken abgetrennt sind. Vielfalt prägt die Landschaft. Durch die eintönigen Monokulturen der Landwirtschaft mit riesigen Feldern und fehlenden Hecken wird der natürliche Lebensraum des Feldhasen bedroht. Die Nahrung besteht aus Gräsern, Kräutern und Knospen, aber auch Feldfrüchte wie Kohl oder Getreide werden gerne gefressen. Die gespaltene Oberlippe ermöglicht ein gutes Nagen mit Hilfe der Nagezähne. Beim Menschen wird übrigens eine angeborene Fehlbildung mit einer Lippenspalte als Hasenscharte bezeichnet. Zur Rammelzeit kämpfen die männlichen Rammler um eine Häsin. Diese wird von Januar bis September etwa alle 38 Tage heiß. Dann versammeln sich die Rammler um sie, wobei es zu wilden Rangeleien und Verfolgungsspielen kommt. Nur der Schnellste und Ausdauerndste hat die Chance auf eine Begattung mit der Häsin. Nach einer Tragezeit von 42 Tagen wirft sie bis zu fünf Junge. Die Jungen werden in einer Erdmulde, der Sasse, geboren. Die beharrten, 100 Gramm schweren Jungtiere können sofort nach der Geburt sehen und sich schon gut fortbewegen. Die Häsin säugt die Jungen vier bis fünf Wochen lang, meist abends nach Sonnenuntergang. Sie bleibt nur wenige Zeit bei ihnen, weil ihr Geruch Feinde anlocken könnte. Eine Häsin kann drei- oder viermal pro Jahr Junge werfen. Das Höchstalter für Feldhasen beträgt zwölf Jahre. Der Feldhase lebt außer zur Paarungszeit als Einzelgänger. Im Gegensatz zum Kaninchen gräbt er keine unterirdischen Bauten. Am Tag sitzt er oft mit dem Kopf gegen den Wind gut getarnt in der Sasse, wo ihn Fuchs, Marder oder Habicht nur schwer ausmachen können. Gefahr droht ihm auch durch Bejagung. |
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