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| Das Wildkaninchen ist insgesamt deutlich
kleiner als ein Feldhase. Die Ohren, die Löffel,
und auch die Hinterläufe, die Keulen,
sind ebenfalls kürzer. Das Fell ist beige oder graubraun, der Nackenfleck
rötlich gefärbt, das Bauchfell erscheint heller. In manchen Gegenden
kommen auch sehr dunkel gefärbte Exemplare vor.
Wildkaninchen sind in Mittel -und Südeuropa, auf den Britischen Inseln und in Teilen Nordafrikas und des Nahen Ostens verbreitet. Sie lieben Waldlichtungen, Heiden, Wiesen, aber auch Dünen an der Küste oder Sandsteinbrüche. Sie sind in Parks, Gärten oder Friedhöfen weit verbreitet. In den Pyrenäen kommen sie bis zu einer Höhe von 2000 Metern vor. Das Wildkaninchen stellt die Stammform des domestizierten Hauskaninchens dar. Als Pflanzenfresser sucht es nach Gräsern und Kräutern, im Winter frisst es auch Wurzeln oder die Rinde von Sträuchern. Wildkaninchen graben einen großen Bau im lockeren Boden. Dieser kann einen Durchmesser von 30-40 Metern besitzen, er ist oft mit einem anderen Bau verbunden. Die im Kaninchenbau lebenden Kolonien bilden ein Gesellschaftssystem mit gutem Zusammenhalt. Bei Gefahr werden die Argenossen oder die Jungtiere mit einem Pfeifen oder mit dem Trommeln der Hinterläufe gewarnt. Die Paarungszeit ist bei den Wildkaninchen je nach Gegend variabel. Das Weibchen wird in einem unregelmäßigen Zyklus etwa alle 14 Tage fruchtbar. Es kann pro Jahr bis zu siebenmal Junge werfen. Die Jungen werden in einem kleineren Bau, der Setzröhre, geboren. Das Weibchen verschließt diese Röhre zum Schutz mit Gras, Blättern und Erde. Die Jungen sind zunächst nackt und blind. Nach zehn Tagen öffnen sie die Augen und nach drei Wochen verlassen sie erstmals den Bau. Schon eine Woche später sind sie selbständig. Kaninchen haben viele natürliche Feinde wie Rotfuchs, Marder, Mauswiesel, Iltis und Hermelin, sowie verschiedene Greifvögel und Eulen. Junge Kaninchen werden oft von wildernden Hunden oder Katzen totgebissen. In manchen Gegenden werden Kaninchen zur Plage, wenn sie massenhaft auftreten. Seit der Einführung in Australien gefährden sie dort die einheimische Pflanzenwelt. Durch gezielte Bejagung versucht man, eine unkontrollierte Vermehrung zu verhindern. |
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