| Das Rentier oder das Ren ist der einzige
Hirsch, bei dem Männchen und Weibchen ein Geweih tragen. Das Geweih
des Männchens wird bis zu eineinhalb Meter lang, beim Weibchen erreicht
es eine Länge von einem halben Meter. Der männliche Renhirsch
wift sein Geweih im Herbst ab, während die weibliche Renkuh
erst im Frühjahr ihr Geweih verliert. Die Hufe des Rentieres können
weit gespreizt werden, sie sind mit einer Spannhaut
versehen. So bewegt sich das Rentier gut in sumpfigem Gelände oder
im Schnee. Im Winter tragen die Rentiere ein relativ helles Fell, das dünnere
Sommerfell passt sich an die dunklere Umgebung an.
Das Haustier der Volksstämme Lapplands
lebt in großen, umherziehenden Herden in Skandinavien, Grönland,
Spitzbergen, Island, Nordamerika und Sibirien. Die Rentierherden unternehmen
riesige, bis zu 5000 Kilometer weite Wanderungen. Sie ernähren sich
pflanzlich von Blättern, Kräutern, Pilzen und von Flechten, die
sie von Baumrinden und vom Laub abäsen. Zu den natürlichen Feinde
gehören Vielfraße, Wölfe, Rotfüchse
und Luchse, aber auch Parasiten wie Stechmücken
oder Fliegenlarven setzen den Rentieren immer wieder zu. Die meisten Rentierherden
Skandinaviens bestehen aus gezüchteten Tieren, nur noch selten kommt
dort das echte Wildrentier vor (siehe Foto oben, Hardangerfjord Norwegen).
In Kanada ist das Rentier als Karibu bekannt.
In der Paargunszeit im Oktober sammeln
die männlichen Tiere einen weiblichen Harem um sich herum. Sie paaren
sich mit mehreren Weibchen. Nach etwa acht Monaten Tragezeit bringen die
Weibchen ein einziges Renkalb im Mai oder
Juni des folgenden Jahres zur Welt. Schon eine Stunde nach der Geburt läuft
es der Mutter hinterher. Es ist nach zwei Jahren erwachsen. Eine große
Zahl an Jungtieren fallen Fressfeinden zum Opfer. Der Mensch schätzt
schon seit der Steinzeit das magere Fleisch und das Fell des Rentiers.
Daher erfolgte schon früh eine Domestikation durch Zucht.
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Eine Rentierherde überquert
im finnischen Lappland eine Straße.
In Lappland weisen Schilder auf die Gefahr
einer über die Straße ziehenden Rentierherde hin. Leider werden
immer wieder Rentiere von Autos und LKW's angefahren. Besonders gefährlich
ist es, wenn sich Mutter und Jungtier auf verschiedenen Straßenseiten
aufhalten. Dann besteht die Gefahr, dass das Jungtier bei einem herannahenden
Auto aufgeschreckt wird und plötzlich zu ihrer Mutter über die
Straße springt. |