Das Prinzip der aktiven
Immunisierung soll anhand der Geschichte von Edward Jenners Impfmethode
erläutert werden: Eine der großen Seuchen der Vergangenheit
waren die Pocken. Die Infektionskrankheit
wird durch das Pockenvirus über Tröpfcheninfektion
oder durch die Berührung mit den Pockenpusteln übertragen. Etwa
12 Tage nach der Infektion setzen die Symptome
der Krankheit mit hohem Fieber und Schüttelfrost ein, Kopf- und Kreuzschmerzen
folgen. Nach 3 bis 4 Tagen lässt das Fieber nach, und rote Hautschwellungen
breiten sich über dem ganzen Körper aus. Nach weiteren 8 bis
9 Tagen füllen sich die Pockenpusteln mit einer wässrigen Flüssigkeit.
Das Fieber steigt erneut an. Die Letalität (Sterblichkeit)
lag früher bei 70 Prozent. Wer die Pocken überlebt, ist fast
lebenslang immun gegen eine erneute Ansteckung.
Kopiervorlage
Eine ähnliche, aber sehr viel leichter
verlaufende Krankheit sind die Kuhpocken. Wer Kuhpocken gehabt hat, erkrankt
niemals an echten Pocken. Diese Erfahrung brachte den englischen Arzt Edward
Jenner (1749-1823) schon gegen Ende des 18. Jahrhunderts auf den Gedanken,
Menschen gegen Pocken immun zu machen. Dazu
impfte er einem Gesunden den Inhalt einer Kuhpocken-Pustel. Danach infizierte
er den Geimpften mit Pockenerregern. Der Geimpfte erkrankte nicht an Pocken,
die Methode erwies sich als sehr zuverlässig.
Jenners erste Schutzimpfung
am 14. März 1796
Bis heute ist die aktive Pockenschutzimpfung
erfolgreich. Sie beruht darauf, dass die Antikörper,
die das menschliche Abwehrsystem gegen den Erreger der Kuhpocken bildet,
später auch gegen die Erreger der echten Pocken wirken. Bei einer
aktiven Immunisierung werden abgeschwächte oder abgetötete Erreger
in einem Impfserum vorbeugend
geimpft. Jenners Impfstoff wurde im Lauf der Jahre verbessert. So ging
die Zahl der weltweit an Pocken erkrankten Personen von 360.000
im Jahr 1950 auf einen einzigen im Jahr 1976 zurück.