Ab 1871 kam der Krappanbau
in Bedrängnis. Den deutschen Chemikern C. Graebe und C. Liebermann
war im Jahr 1869 erstmals die künstliche Herstellung von Alizarin
gelungen. Das synthetische Alizarin kam 1871 zu einem wesentlich günstigeren
Preis als das natürliche in den Handel. Dadurch war der Anbau der
Krapppflanze für die Krappbauern nicht mehr rentabel. Am Ende des
20. Jahrhunderts wurde Krapp als Naturfarbstoff wieder neu entdeckt.
Farbstoffgewinnung:
Die 20 bis 30cm langen Wurzeln
werden ab dem dritten Jahr im Frühling und im Herbst gesammelt, getrocknet
und schließlich geschnitzelt oder gemahlen. Die rote Farbe entwickelt
sich erst durch das Trocknen der Wurzelstöcke.
Färben:
Der Farbstoff in der getrockneten
Krappwurzel ist ein Beizenfarbstoff für Wolle, Baumwolle und Seide.
Zum Färben weicht man die Wurzel einen Tag vorher im Wasser ein. Beim
Färbevorgang kommt das Textilmaterial zusammen mit der Krappwurzel
und dem Einweichwasser in das Färbebad. Das Bad wird etwa eine Stunde
bei einer Temperatur von 70-80°C konstant gehalten. Geht man mit der
Temperatur darüber, wird die Farbe nicht rot, sondern etwas bräunlicher.
Damit die Färbung gleichmäßig gelingt, sollte das Bad ständig
umgerührt werden. Bei der Verwendung von Alaun beim Beizen entstehen
leuchtend rote Farbtöne auf der Stofffaser, Eisensalze führen
zu bräunlichen Nuancen.
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