Botanik und Geschichtliches: Der Ringelblume ist eine
alte Heilpflanze. Schon im Altertum verwendete man die Blütenköpfchen
des Korbblütlers äußerlich als wirksames Mittel bei Wunden.
Innerlich eingenommen wurde der Pflanzenextrakt als schweißtreibendes
und krampfstillendes Mittel eingesetzt. Im Mittelalter dienten die Blüten
zur Fälschung des teuren Farbstoffes Safran.
Hildegard von Bingen und Albertus Magnus empfahlen bei Vergiftungen Ringelblumenumschläge
auf den Magen. Im Volksglauben schrieb man der Blume Liebeszauber zu. Das
Tragen der Wurzel im Schuh sollte Erfolg beim anderen Geschlecht bringen.
Sähte man Ringelblumensamen in die Erde, die vorher vom Schuh des/der
Geliebten berührt worden war, sollte die Liebe so lange halten, wie
die Pflanze blühte.
Farbstoffgewinnung und
Färben: Wenn die Pflanze in voller
Blüte steht, werden die Blüten gesammelt. Nach dem Trocknen verfährt
man wie bei der Reseda. Auf Wolle und Seide erhält
man mit einer Alaunbeize hellgelbe Färbungen.