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Stechapfel
Datura
stramonium
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Blütenfarbe:
weiß
Pflanzengröße:
30-100cm
Blütezeit:
Juni-September
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Vorkommen:
Ursprung in Zentralamerika
(?),
seit dem 16. Jhdt. in
Mittel- und Südeuropa
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Giftstoffe:
Alkaloide: Hyoscyamin,
Atropin, Scopolamin
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Botanik:
Die trichterförmigen
Blüten sind bis zu 10cm lang. Die daraus entstehenden Früchte
sind wie bei der Kastanie zunächst grün und stachelig. Bei ihrer
Reife wird die viergeteilte Hülle braun und sie springt auf. Dann
fallen die dunkelbraunen bis schwarzen und nierenförmigen Samen heraus.
Aus der reifen Frucht
springen die Samen heraus
Geschichtliches:
Die Herkunft dieser Pflanze
ist nicht eindeutig geklärt. Manche Autoren behaupten die Pflanze
stamme aus Zentralamerika, andere glauben, die Pflanze wurde durch die
Kolonialzeit aus Eurasien nach Mexiko importiert. In Chile wurden die Wirkstoffe
der Pflanze um 1700 dem Wein zugesetzt. In Europa wird der Stechapfel in
den Kräuterbüchern von Hieronymus Bock und Perendrea Matthiolus
erwähnt. Um 1775 raubten Räuber in Südfrankreich Reisende
aus, denen sie vorher Stechapfelwein angeboten hatten.
Drogengewinnung:
Die Pflanze darf aufgrund
ihrer Giftigkeit nicht selbst geerntet werden. Zur Gewinnung der Wirkstoffe
wird das ganze Kraut kurz nach der Blütezeit zum Trocknen aufgehängt.
Die Blätter dienten früher zur Herstellung von Asthmazigaretten,
zur Teezubereitung oder in einer Paste als Salbe für den äußerlichen
Gebrauch. In Marokko werden die Samen des Stechapfels als Droge konsumiert.
Dabei werden 40 Samen auf glühende Kohlen gestreut, der inhalierte
Rauch erzeugt Halluzinationen.
Wirkstoffe:
Aus den getrockneten Blättern
wird in Peru und Chile ein Tee zubereitet, der schmerzlindernd wirkt. Die
Indianer am großen Salzsee in Utah sollen die Blätter geraucht
haben. Das Inhalieren des Rauches, beispielsweise auch beim Räucherwerk,
soll gegen Asthma wirken und eine stark aphrodisierende Wirkung besitzen.
Die Homöopathie setzt die Wirkstoffe bei Keuchhusten, Asthma, Neuralgien
und nervöser Erregung ein. Eine Menge von 0,3g der Blätter kann
bereits giftig wirken, 4 bis 5g der getrockneten Blätter gelten als
tödlich.
Die Tropanalkaloide befinden
sich in der ganzen Pflanze. Die getrockneten Blätter enthalten etwa
0,1-0,6% Alkaloide. In den jungen Pflanzen findet sich vor allem Scopolamin,
ältere Exemplare enthalten vor allem Hyoscyamin. Daneben kommen auch
noch Apoatropin, Tropin, Belladonin und Hyoscyamin-N-oxid vor.
Akute Vergiftung:
Eine Vergiftung beginnt
mit Mundtrockenheit, Schluckbeschwerden, Pupillenerweiterung, Ruhelosigkeit,
Verwirrung und Halluzinationen. Die Wirkung setzt nach etwa 30 Minuten
bis 4 Stunden nach der Einnahme ein. Sie kann tagelang anhalten. Auf den
Kanarischen Inseln wächst der Stechapfel vielerorts. Daher wird immer
wieder von Touristen über Vergiftungssymptome berichtet. Die Betroffenen
machten völlig unsinnige Dinge: Sie gingen in das Meer und wollten
zu einer anderen Inseln schwimmen oder sie sprachen mit imaginären
Personen. Die Verwirrungszustände wurden von Übelkeit und Kopfschmerzen
begleitet.
Gegenmaßnahmen:
Bei Vergiftungen ist sofort
ein Arzt aufzusuchen, der gegebenenfalls eine Magenspülung durchführt.
Als Gegenmittel wird Physostigmin empfohlen, das der Wirkung des Alkaloids
auf das zentrale Nervensystem entgegensteht. Erregungszustände und
Krämpfe werden mit Beruhigungsmitteln behandelt. Bei Koma oder Atembeschwerden
ist eine künstliche Beatmung und der Einsatz von Kreislaufmitteln
angebracht.
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