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 Roter Fingerhut 
 Juni - August, 30 - 150 cm
 Digitalis purpurea
Wegerichgewächse
 
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Vorkommen  Lichte Wälder; liebt saure, kalkarme, humusreiche Böden 
Wirkstoffe  Herzglycoside, Saponine 
Gift  Blätter
Merkmale  Stängel unverzweigt; Blätter grundständig bis 20cm, lang gestielt; Blütenstand traubig, Blüten karminrot zu einer Krone verwachsen
 
Botanik
Die bis zu 6cm langen purpurroten Blüten sind innen behaart und von dunklen, weiß umrandeten Flecken versehen. Gelegentlich gibt es auch Exemplare mit weißen Blüten. Die Pflanze wird von Hummeln bestäubt, die Samenverbreitung erfolgt durch den Wind (siehe auch Gelber Fingerhut und Großblütiger Fingerhut).  
   
  Giftpflanze 
 
Geschichte
Die Heilpflanze wurde vermutlich durch die Iren im 5. Jahrhundert entdeckt. Leonhart Fuchs (1501-1566) beschrieb die Pflanze in seinem berühmten Kräuterbuch. Die genaue Wirkung der Pflanze beschrieb der englische Arzt William Withering (1741-1799) in seinem Buch über die Pflanze im Jahre 1785. Er erkannte die Wirkung der Digitalis-Medizin zur Stärkung des Herzens. 
 
Wirkstoffe
Im Fingerhut befinden sich die Purpureaglykoside A und B, die durch Abspaltung von Traubenzucker die herzwirksamen Glycoside Digitoxin und Gitoxin freisetzen. Die Anwendung von Digitalispräparaten sollte ganz dem Arzt überlassen werden. Sie sind für die heutige Medizin ein wichtiges Mittel bei Herzschwäche. Auch in der Homöopathie wird der Wirkstoff eingesetzt. Die tödliche und die heilende Dosis liegen relativ nah beieinander. Allerdings kommen aufgrund des bitteren Geschmacks der Pflanze Vergiftungen nur selten vor. 
 
Akute Vergiftung
Nach dem Kauen der Fingerhutblätter entstehen Entzündungen, gefolgt von Übelkeit mit starkem Erbrechen. Bei höheren Dosierungen treten Durchfälle, Sehstörungen, Halluzinationen und Herzrhythmusstörungen auf. Die tödliche Dosis wird auf 1g Pflanzenmaterial pro Kilogramm Körpergewicht geschätzt. Bereits 0,3g der getrockneten Blätter lösen die Vergiftungssymptome aus.  
 
Gegenmaßnahmen
Es ist sofort eine Giftzentrale anzurufen. Die entsprechende und je nach Land gültige Giftnotrufnummer sollte immer beim Telefon bereitliegen. Ist diese nicht bekannt, kann man auch einen Arzt oder eine andere Notfallnummer anrufen. Allgemein sind betroffene Personen hinzulegen und warm abzudecken. Wichtig ist, dass sie sich ruhig verhalten und sich nicht unnötig bewegen. Entsprechende Maßnahmen zur gezielten Bekämpfung der Vergiftung sollte nur ein Arzt oder ein Rettungssanitäter durchführen. Der Arzt kann eine Magenspülung durchführen oder falls es angebracht erscheint Abführmittel verabreichen. Herzrhythmusstörungen werden mit entsprechenden Digitalis-Gegenmitteln behandelt. Wegen dem massiven Erbrechen ist auch die Zufuhr von Wasser und von Elektrolyten bedeutend.  

 
Hinweis: Die dargestellten Notfallmaßnahmen stellen keine Handlungsempfehlungen für medizinische Fachkreise dar, da die vorliegende Publikation zum Einsatz im Biologieunterricht gedacht ist. (vgl. Sofortmaßnahmen)  
 

 
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