 
Hat ein Kind oder eine
Person giftige Pflanzenteile zu sich genommen oder treten bereits Vergiftungssymptome
auf, dann ist ein schnelles Handeln notwendig:
-
Als erste Maßnahme
wird die betroffene Person hingelegt und zugedeckt. Durch eine möglichst
geringe Bewegung und das Beruhigen der Person wird verhindert, dass sich
das Gift im Blutkreislauf ausbreitet.
-
Dann sollte man sofort eine
Giftzentrale anzurufen. Die entsprechende und je nach Land gültige
Giftnotrufnummer sollte immer beim Telefon bereitliegen. Ist diese nicht
bekannt, kann man auch einen Arzt oder eine andere Notfallnummer anrufen.
-
Entsprechende Maßnahmen
zur gezielten Bekämpfung wie die Gabe von medizinischer Kohle oder
von Gegenmitteln darf nur ein Arzt oder ein Rettungssanitäter durchführen.
-
Vor eigenen Behandlungsversuchen
wie das Auslösen von Erbrechen, das Trinken von Salzwasser oder von
Milch wird gewarnt, dies kann fatale Folgen haben.
-
Bei der innerlichen Aufnahme
von Säuren oder Laugen muss sofort viel Wasser getrunken werden. Verätzungen
im Auge oder auf der Haut werden durch das sofortige Spülen mit viel
Wasser behandelt.
-
Beim Anruf der Giftzentrale
sind wichtige Informationen bereitzuhalten, beispielsweise über den
Zustand der Person, über das eingenommene Gift, bei Kindern über
das Alter oder über den Hergang der Vergiftung. Es wird auch empfohlen,
die Giftpflanze aufzubewahren, um sie vorzeigen zu können.
Vergiftungen mit Giftpflanzen
kommen vor allem bei Kindern vor, wenn sie mit den Pflanzenteilen spielen,
sie berühren oder in den Mund nehmen oder wenn sie die Beeren essen.
Aus diesem Grund ist Vorbeugung von großer Bedeutung:
-
Giftpflanzen wie Bärenklau,
Eisenhut, Fingerhut,
Goldregen, Eibe oder
andere stark giftige Pflanzen gehören nicht in die Wohnung, den privaten
Garten, in den Schulgarten oder an andere Stellen, wo ein leichter Zugang
für Kinder gegeben ist.
-
Bestimmte Giftpflanzen können
mit Nutzpflanzen verwechselt werden, beispielsweise das Maiglöckchen
mit dem Bärlauch oder die Hundspetersilie
mit der Gartenpetersilie. Daher sollte
man sich mit den Pflanzen im eigenen Garten gut auskennen.
-
Kleineren Kindern wird das
Spielen mit Pflanzen, sowie das Essen von Beeren oder das Kauen von Pflanzenteilen
im Freien generell verboten.
-
Ältere Kinder und Jugendliche
sollten über Giftpflanzen und das Gefahrenpotential aufgeklärt
werden, vor allem wenn diese im Freien irgendwo auftreten.
-
Beim Sammeln von Heilpflanzen
und von Pilzen ist eine genaue Artenkenntnis notwendig. Vom Sammeln und
Zubereiten giftiger Pflanzen oder Pflanzenteile wird generell abgeraten.
|