In China, Indien, Lateinamerika, Süd-
und Ostafrika gehört der Mais zur Hauptnahrung. Er wird in Brei oder
im Brot gegessen. Beim Brotbacken vermischt man dort das Maismehl mit Weizenmehl,
da dem Maismehl die Klebereiweiße fehlen. Polenta ist ein breiartiges
Maisgericht, das in Italien und auf dem Balkan gegessen wird. Die Maispflanze
liefert nicht nur Stärke, sondern auch ein wertvolles Öl. Das
Öl wird durch Pressen oder Extrahieren aus dem fetthaltigen Keim gewonnen,
es fällt als Nebenprodukt bei der Produktion von Maisstärke an.
Besonders in den USA wird es häufig als Salatöl oder zur Herstellung
von Mayonnaise oder Margarine herangezogen.
Vom Mais existieren zahlreiche Sorten.
Der weit verbreitete Hartmais (Zea mays convar.
mays) war die erste in Europa angebaute Form. In den USA findet
man häufiger den Zahnmais (Zey mays convar.
dentiformis). Der in Südamerika angebaute Stärkemais
(Zea mays convar. amylacea) dient zur Gewinnung von Maisstärke. Zur
Herstellung von Puffmais (Popcorn) werden
die Körner einer speziellen Maissorte (Zea mays convar. microsperma)
mit wenig Öl erhitzt. Dabei verdampft das Wasser plötzlich, und
durch den entstehenden Überdruck quillt das Korn stark auf. Beim Zuckermais
(Zea mays convar. saccharata) enthalten die Körner statt Stärke
hauptsächlich Zucker. Auch die Stängel schmecken ähnlich
süß wie beim Zuckerrohr. Beim Wachsmais
(Zea mays convar. ceratina) fühlen sich die Körner wachsartig
an. Sie enthalten Amylopektin, das chemisch aus verzweigten Stärkemolekülen
aufgebaut ist. Das Amylopektin ist quellfähig und eignet sich
zur Produktion von Klebstoffen und als Bindemittel für Pudding.
Für die menschliche Nahrung sind
die Maiskörner jedoch nicht so hochwertig, da sie relativ wenig essentielle
Aminosäuren wie Tryptophan und Lysin enthalten. Dies ist vielleicht
der Grund, warum der Mais in den Industrienationen keinen so hohen Anteil
bei der menschlichen Nahrungsversorgung hat. Hier wird er hauptsächlich
als Tierfutter eingesetzt. Beim Silomais für
Rinder wird die ganze Pflanze gehäckselt oder in einem Silo vergoren.
Schweinen verfüttert man die Maiskörner oder die ganzen Kolben.
Als nachwachsender Rohstoff dient Energiemais
in Biogasanlagen zur Energierzeugung. Der Anbau großflächiger
Maismonokulturen führt zu starken Landschaftsveränderungen und
hat deshalb auch ökologische Nachteile.
Beim Genmais
wird bei der Erbanlage der Pflanze eine genetische Information des Bodenbakteriums
Bacillus thuringiensis eingebracht. Dadurch erreicht die gentechnisch veränderte
Maispflanze eine Resistenz gegen Schädlinge. Genmais findet man vor
allem in den USA. Die Anpflanzung in Europa ist umstritten. Ein bedeutender
Schädling ist der Maiszünzler, ein Kleinschmetterling, dessen
Raupen sich über Stängel, Blüten und Fruchtstände hermachen.
Fressen die Raupen den durch die Bakterien genetisch veränderten Mais,
werden sie durch ein von der Pflanze produziertes Gift getötet. Ein
Problem besteht darin, dass auch andere, nützliche Schmetterlinge
wie das Tagpfauenauge daran sterben. Nach Ansicht von Kritkern besteht
die Gefahr, dass die Schädlinge resistent werden können oder
dass der Mensch beim Verzehr gentechnisch veränderter Pflanzen Resistenzen
gegen Antibiotika entwickelt. Aus diesem Grunde wurde der Anbau von Genmais
in einigen europäischen Ländern verboten. Befürworter argumentieren,
dass der Genmais erheblich weniger mit Pilzen und den daraus resultierenden
krebserzeugenden Stoffen belastet ist. Bei der Schädigung durch Fraß
sammelt sich Wasser in den Fraßgängen an, was die Entstehung
von Pilzen begünstigt.
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