| Baldrian
Mai - August, 40 - 120 cm |
Valeriana
officinalis
Baldriangewächse
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| Standort
Feuchte Laub-, Misch- und Nadelwälder,
Lichtungen, nasse Wiesen, Moore, Gräben; liebt nährstoffreiche,
feuchte Lehmböden
Wirkstoffe Ätherische Öle (Valerensäure, Valerianate und Isovaleriansäure: Geruch), Olivilderivat, Alkaloide Droge Wurzel Valerianae radix |
Merkmale Blätter unpaarig gefiedert, gegenständig an den kantigen Stängeln sitzend; Blüten an den Stängelspitzen sitzend, schirmartige Trugdolden; Wurzel: Geruch nach Katzendreck |
| Geschichte |
| Der
Baldrian war einst eine sagenumwobene Pflanze. Der typische Standort an
feuchten Auen, Quellen oder Bächen war in der Vorstellung der alten
Völker gleichzeitig auch der Aufenthaltsort von Feen, Nixen und Elfen.
Die alten Namen wie "Elfenkraut" oder "Mondwurzel" gehen darauf zurück.
Der Name Baldrian leitet sich möglicherweise von Baldur, dem
Lichtgott ab. Bei den Göttern der Germanen war Baldur der Beliebteste,
von ihm ging ein Glanz aus, er war auch der Gütigste. Die beruhigende
und entspannende Wirkung des Baldrians passt zum Gemüt dieses Gottes.
Eine andere Herleitung geht vom lateinischen valere (gesund sein)
aus.
Nach einem alten Volksglauben tragen Bräutigame ein Sträußchen Baldrian bei sich, um den Neid der Elfen abzuwehren. In den Wohnstuben hingen Baldriansträuße an einem Faden an der Decke: Begannen sich die Sträuße zu drehen, glaubte man, dass sich eine Hexe nähert. Auch eine aphrodisierende
Wirkung wurde dem Baldrian nachgesagt. Ein Liebesrezept aus dem Mittelalter
empfahl beispielsweise, vor dem Küssen Baldrian in den Mund zu nehmen.
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| Heilwirkung |
| Interessant ist, dass die mittelalterlichen Kräuterbücher die beruhigende Wirkung des Baldrians kaum erwähnen. Diese Wirkung geht vor allem auf ein Olivilderivat zurück, das zu den Lignanen gehört. Es bindet sich an einen Adenosin-1-Rezeptor im Gehirn und blockiert damit das Potenzial von Nervenzellen. Die Valerensäure wirkt entspannend auf die Muskulatur und dämpft das zentrale Nervensystem. Baldrian ist heute ein wirksames Mittel bei nervösen Erregungszuständen und bei nervös bedingten Schlafstörungen. Die pflanzliche Droge wirkt auch bei Angstzuständen, sie stellt daher eine sanfte Alternative zu den Psychopharmaka dar. Die Wirkung lässt sich verstärken, wenn man Baldrian mit Melisse (bei nervösen Erregungszuständen) oder mit Hopfen (Schlafstörungen) kombiniert. Zur Behandlung von nervösen Herzbeschwerden gibt es Medikamente, die Baldrian in Kombination mit Weißdorn enthalten. |
| Anwendung |
| Die Wurzel wird im Herbst ausgegraben, gut gewaschen und getrocknet. Ein gehäufter Teelöffel der getrockneten Droge wird mit einer Teetasse kochendem Wasser übergossen und nach ca. 10-15 Minuten abgesiebt. Der Tee wirkt muskelentspannend und beruhigend bei Schlaflosigkeit, nervösen Verdauungsbeschwerden, bei Erschöpfung und Überarbeitung. |
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