| Beinwell
Mai - September, 40 - 100 cm |
Symphytum
officinale
Raubblattgewächse
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| Standort
Ufer, Gräben, Auwälder, nasse Wiesen,
Schuttplätze, Wege
Wirkstoffe Allantoin, Schleimstoffe, Gerbstoffe, Pyrrolizidinalkaloide, Triterpensaponine, Rosmarinsäure, Cholin, B-Vitamine, Kieselsäure, Phytosterine Drogen Wurzel Symphyti radix; Kraut Symphyti herba; Blatt Symphyti folium |
Merkmale
Blätter wechselständig, gestielt, behaart, lanzettartig, am Stängel sitzend, bis über 20cm lang; Blüten glockig in überhängenden Trauben; rotviolett und seltener weiß vorkommend |
| Geschichte |
| Im
Mittelalter wurde der Beinwell bei Knochenbrüchen eingesetzt. Auf
diese Bedeutung geht auch der Name des Beinwells zurück. Hildegard
von Bingen empfiehlt bei Lungenkrankheiten einen Kuchen aus Mehl, Beinwellblättern
und Honig.
Salben und Tinkturen helfen in der Volksheilkunde bei Rheuma, Neuralgien, schlecht heilenden Wunden und Prellungen. Innerlich eingenommen soll der Beinwell bei Bronchitis und Entzündungen des Magen- und Darmtraktes helfen. |
| Heilwirkung |
| Allantoin
begünstigt die Heilung von Gewebe, es führt zu einem Abströmen
von Flüssigkeit aus Wunden und begünstigt so den Abtransport
von Bakterien. Die Schleimstoffe unterstützen die Wundheilung und
das Cholin fördert die Durchblutung im Gewebe. Die Rosmarinsäure
wirkt entzündungs- und schmerzhemmend.
Es ist zu beachten, dass die Pyrrolizidinalkaloide leberschädigend wirken und möglicherweise ein krebserzeugendes Potential besitzen. Daher darf Beinwell nicht innerlich angewendet werden. Es sind im Handel Präparate erhältlich, die frei von diesen Alkaloiden sind. Hinweis: Vor dem Einsatz sollte man sich über mögliche Nebenwirkungen informieren und zur Sicherheit einen Apotheker, einen Arzt oder eine beruflich fachkundige Person befragen. Bei bestimmten Krankheiten oder Personengruppen (insbesondere Kleinkinder) besteht die Gefahr von Komplikationen. |
| Anwendung |
| Die Wurzel wird im Frühjahr oder im Herbst ausgegraben und bei 40-60°C getrocknet. Zur Herstellung einer Tinktur gibt man 3 Esslöffel Wurzelpulver in 0,5 Liter kaltes Wasser. Zur Behandlung von Gelenk- und Muskelschmerzen kann man eine Salbe aus zwei Teilen Beinwell und einem Teil Gänse-Fingerkraut in Schmalz herstellen. Von einer innerlichen Anwendung als Tee muss heute abgeraten werden, da die enthaltenen Alkaloide giftig wirken. |
| Copyright: T. Seilnacht |