| Liebstöckel
Juli - August, 100 - 200 cm |
Levisticum
officinale
Doldenblütler
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| Standort
Heimat im Iran, Kulturpflanze in Gärten
Wirkstoffe Ätherische Öle (Alkylphthalide, Ligustilid, 3-Butylphthalid), Cumarinderivate, Furanocumarine, Phenolcarbonsäuren (Angelicasäure, Isovaleriansäure, u.a.) Polyacetylen Droge Wurzel Levistici radix |
Merkmale
Stängel aufrecht, fein gerillt, im oberen Teil verzweigt; Blätter zwei- bis dreifach grob gefiedert, sehr lang mit grober Zähnung; Blüten blassgelb, in Dolden stehend |
| Geschichte |
| Liebstöckel
wurde ab dem 8. Jahrhundert in Mitteleuropa angebaut und fand sich vielfach
in Kloster- und Bauerngärten. Manche Autoren empfahlen die Wurzel
als Gegenmittel bei Schlangenbissen. Die Wurzel sollte auch vor Zauberei
schützen. Wenn man sie bei sich trug, war man angeblich in der Lage,
eine Hexe zu erkennen. Der deutsche Name der Pflanze geht auf den lateinischen
Namen zurück und hat nur wenig mit "Liebe" zu tun. Trotzdem wurde
das Kraut für Liebeszauber aller Art eingesetzt: Die Frauen in Sparta
verwendeten es als Aphrodisiakum, und die Mädchen im Mittelalter gaben
Liebstöckel ins Badewasser, im Glauben damit einen Mann zu bekommen.
Die Volksheilkunde setzt den Liebstöckel zur Behandlung von Blähungen, Blasen- und Magenbeschwerden, Katarrhen der oberen Luftwege oder bei Menstruationsbeschwerden ein. |
| Heilwirkung |
| Die
ätherischen Öle des Liebstöckels wirken krampflösend
und beruhigend im Magen- und Darmbereich. Die Droge wird zur Behandlung
von entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnweg eingesetzt.
Sie wirkt auch positiv bei häufigem Aufstoßen, Sodbrennen und
bei Völlegefühl. Speichelfluss, Magensaft- und Gallensaftproduktion
werden angeregt.
Hinweis: Vor dem Einsatz einer Droge aus einer Heilpflanze sollte man sich über mögliche Nebenwirkungen informieren und zur Sicherheit einen Apotheker, einen Arzt oder eine beruflich fachkundige Person befragen. Bei bestimmten Krankheiten oder Personengruppen (insbesondere Kleinkinder) besteht die Gefahr von Komplikationen. |
| Anwendung |
| Die Wurzel wird im September oder Oktober ausgegraben, in Scheiben geschnitten und getrocknet. Zur Herstellung eines Tees übergießt man einen Teelöffel der Droge mit einer Teetasse an heißem Wasser. In der Küche dienen die frischen oder getrockneten Blätter als Würze für Salate, Soßen oder Fleischgerichte. |
| Copyright: T. Seilnacht |