| Wermut
Juli - September, 60 - 120 cm |
Artemisia
absinthium
Korbblütler
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| Standort
Kulturpflanze in den Gärten
Wirkstoffe Ätherische Öle (a- und b-Thujon, trans-Sabinylacetat, Chrysanthenylacetat), Bitterstoffe (Anabsinthin, u.a.), Flavonoide, Kaffeesäure, Vitamin C Droge Kraut Absinthii herba |
Merkmale
Stängel aufrecht, am Grund verholzt; Blätter mehrfach fiederteilig, behaart, wechselständig stehend, Blütenköpfe klein, gelb, nickend |
| Geschichte |
| Schon
die alten Ägypter kannten die Pflanze als Arzneimittel, sie war der
Göttin der Heilkunst geweiht. Die Pflanze wurde nach der griechischen
Jagdgöttin Artemis benannt. Daher nahmen die Jäger aller Kulturen
in ihrer Tasche einen Wermutzweig auf die Jagd mit, um die Jagdausbeute
günstig zu beeinflussen. Der griechische Arzt Dioskurides empfiehlt
die Pflanze als Mittel gegen Würmer. Der römische Gelehrte Plinius
berichtet, dass die Sieger der Wagenrennen Wermut trinken. Die Mönche
des Mittelalters vermischten - wie schon die Römer - die Tinte mit
Wermutextrakten, um die Schriften vor Mäuse- und Insektenfraß
zu schützen. Hildegard von Bingen empfiehlt die Pflanze in Wickeln
gegen Kopfschmerzen, bei Schwächezuständen, bei Brustschmerzen
und bei Husten. Wermut schmückte auch die Kräutersträuße
zu Ehren Marias und die Totenbahren.
Dem Wermutlikör Absinth verfielen in der Vergangenheit viele Dichter und Maler. So trank auch der Maler Vincent van Gogh das gefährliche Getränk und schnitt sich wahrscheinlich in einem solchen Rauschzustand sein Ohr ab. Nach längerem Genuss ruft der Absinth Krämpfe und Lähmungen und schließlich die Zersetzung des Gehirns hervor. Ursache ist das im ätherischen Öl enthaltene Thujon, das eine ähnliche chemische Zusammensetzung wie Cannabis aufweist. Thujon ist ein starkes Nervengift, ruft epileptische Anfälle hervor und kann zu schweren psychischen Schäden führen. ![]() Im Jahr 1905 gab in der Schweiz ein spektakulärer Mord in der Gemeinde Commugny (Waadt) den Anstoß zu einem landesweiten Absinthverbot. Ein Weinbergarbeiter ermordete im Rausch seine Frau und seine vierjährige Tochter, nachdem er zwei Gläser Absinth getrunken hatte. In Deutschland wurde der Absinth im Jahr 1923 verboten. Seit 1998 gilt in Deutschland ein Gesetz, das Absinth mit einem Thujonanteil von bis zu 10mg/kg wieder erlaubt. Das Verbot in der Schweiz wurde 2005 aufgehoben. Seither gibt es wieder einige Hersteller im Val-de-Travers, die nach traditionellem Verfahren den Absinth herstellen. Der Tee ist harmlos, da das Thujon nicht wasserlöslich ist. Er gilt als magenstärkend, appetitanregend, harntreibend und verdauungsfördernd. In der Volksheilkunde wird der Tee bei Verdauungsbeschwerden, bei Leber -und Gallenleiden empfohlen, die Abkochung bei Insektenstichen, Geschwüren, Hauterkrankungen und Hautflechten. |
| Heilwirkung |
| Die Droge wirkt gegen Blähungen und regt die Gallentätigkeit an. Die Empfehlungen der Volksmedizin im Bezug auf den Tee haben sich aus heutiger, medizinischer Sicht größtenteils bestätigt. |
| Anwendung |
| Das Kraut wird während der Blütezeit gesammelt und im Schatten getrocknet. Zur Teezubereitung übegießt man einen Teelöffel der Droge mit einer Tasse kochendem Wasser und siebt nach 10 Minuten ab. Der Tee darf allerdings nicht überdosiert und auch nicht von Schwangeren eingenommen werden. |
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