Exotische Amphibien
Bilder und Texte: Thomas Seilnacht
 
Ordnung Froschlurche
 
Familie Kröten 
 
Die Kröten erkennt man unter anderem an ihrem kräftigen Körperbau, den waagerechten Pupillen, der kurzen Schnauze und den warzigen Höckern auf der Haut. Diese sondern ein giftiges Sekret ab. Die Kiefer sind zahnlos. Der Laich wird bei den Kröten in einer perlenkettenartigen Laichschnur abgelegt, so auch bei der europäischen Erdkröte.
 
Coloradokröte (Bufo alvarius), bis 20cm   
      
Die Coloradokröte liebt den Sand und hält Temperaturen von bis zu 40°C aus. Sie lebt im Mündungsgebiet des Colorado Rivers im Golf von Kalifornien. Sie kann bis zu 20cm groß und fast 1 kg schwer werden. Während der Trockenzeit gräbt sie sich in den Sand ein und hüllt sich in eine Hülle aus Hautschleim. In der Regenzeit kriecht sie zur Paarung heraus und ist dann sehr aktiv. Das Weibchen legt bis zu 8000 Eier; die Kaulquappen wachsen im Eilzugtempo, denn die nächste Trockenzeit naht. 
 
Familie Laubfrösche 
 
Die Laubfrösche besitzen an ihren Fingerspitzen Haftscheiben, die als Saugnäpfe dienen. Die meisten Laubfrösche sind gute Kletterer und sind zu Tarnzwecken grün gefärbt. Laubfrösche haben einen bezahnten Oberkiefer, eine frei bewegliche, lange Zunge und zwischen ihren hinteren Zehen Schwimmhäute. Viele Laubfroscharten leben in Süd- und Nordamerika, in Mitteleuropa ist der Europäische Laubfrosch sehr bekannt.
 
Korallenfinger-Laubfrosch (Hyla caerulea), bis 10cm   
      
Der Korallenfinger-Laubfrosch war ursprünglich in Australien und Neuguinea beheimatet, heute kommt er auch in Neuseeland und Florida vor. Für einen Laubfrosch ist er relativ groß und plump. Er hat aber sehr lange und breite Finger, mit denen er die Nahrung fasst und ins Maul stopft. Er frisst nicht nur Insekten und Spinnen, sondern auch junge Mäuse. Er gilt als sehr zahm, man trifft ihn in Australien sogar in menschlichen Behausungen. 
Makifrosch (Phyllomedusa sauvagei), bis 7cm   
      
Von den Makifröschen gibt es in den südamerikanischen Regenwäldern eine ganze Reihe verschiedener Arten. Zum Schutz vor Wasserverlust sondern ihre Hautdrüsen ein wachsartiges Sekret ab, mit dem sie sich einreiben, bis sie lackartig glänzen. Damit die Frösche nicht innerlich überhitzen, stoßen sie gelegentlich wässrigen Schleim ab oder öffnen ihre Augen. In der Nacht werden sie aktiv und gehen auf Jagd. 
 
Familie Baumsteigerfrösche (Pfeilgiftfrösche)
 
Die in Südamerika lebenden Pfeilgiftfrösche entfalten eine enorme Farbenpracht. Die auffällige Färbung soll eventuelle Fressfeinde abschrecken. Die Frösche sondern auf ihrer Haut ein Gift ab, das die Indianer zur Herstellung von Pfeilgiften benutzten. Die Gifte enthalten nerven- und muskellähmende Alkaloide. Das Gift dient dem Frosch aber auch zum Schutz vor Hautinfektionen. Es kann von den Fröschen nur produziert werden, wenn sie die gewohnten Ameisen oder Käfer fressen, in Gefangenschaft sind die Frösche daher weitgehend ungiftig. Die Baumsteigerfrösche betreiben eine aktive Brutpflege.
 
Gestreifter Blattsteiger (Phyllobates vittatus), bis 3cm 
     
Bei diesem in Costa Rica lebenden Frosch verlaufen zwei orangerote Streifen über den Rücken. Die Männchen rufen mit einer Schallblase trillernd nach den Weibchen. Nachdem das Weibchen die Eier in eine Blattachsel gelegt hat, werden diese vom Männchen besamt und danach feucht gehalten. Die geschlüpften Kaulquappen trägt das Männchen auf dem Rücken herum.
Färberfrosch (Dendrobates tinctorius), 3-7cm 
    
Dieser auffällige Frosch kommt in den Regenwäldern von Brasilien, Französisch-Guyana und Surinam vor. Er bewohnt die Laubschicht und geht auch gerne in kleine Höhlen. Das Aussehen varriert, auch der Blaue Pfeilgiftfrosch gehört nach der neuen Systematik zu dieser Art (s.u.). Wie beim Goldbaumsteiger betreibt das Männchen Brutpflege. Das Hautgift des Färberfrosches ist nur schwach giftig.
Blauer Pfeilgiftfrosch (Dendrobates azureus), bis 3,5cm 

Dieser Pfeilgiftfrosch wird heute als eine Farbvariante des Färberfrosches gesehen (s.o.). Seine Heimat ist in Surinam in Südamerika. Der Frosch quakt nicht, sondern er gibt ein brummendes Schnarren von sich. Nachdem das Männchen seinen Samen in einer Blattpfütze abgelegt hat, gibt das Weibchen 10 Eier dazu. Nach dem Schlüpfen kämpfen die Kaulquappen um den Platz in der Pfütze. Denn es ist nur Platz für einen Frosch.

Goldener Giftfrosch (Phyllobates terribilis), bis 5cm 
    
Der Goldene Giftfrosch ist einer der giftigsten Frösche der Erde. Er benötigt spezielle, tropische Futterinsekten, daher produziert er in Gefangenschaft kein Gift mehr. Der Frosch lebt in einem kleinen Gebiet in Kolumbien. Dort ist es bereits ein Risiko, den Frosch in die Hand zu nehmen, 200 Mikrogramm des Giftes wirken für einen Menschen tödlich. Die Indianer strichen zur Herstellung einer tödlichen Waffe einfach mit ihren Pfeilen über den Rücken des Frosches.
Goldbaumsteiger (Dendrobates auratus), bis 3,5cm > Film 
    
Der grün-schwarz gefleckte Goldbaumsteiger ist in Nicaragua, Kolumbien, Panama und Costa Rica beheimatet. Die Frösche fressen Ameisen. Daraus gewinnen sie das giftige Hautsekret. Die in den Terrarien gehaltenen Goldbaumsteiger können das Gift nur in geringer Menge entwickeln. Das Männchen nimmt die geschlüpften Kaulquappen auf den Rücken und setzt sie in wassergefüllte Vertiefungen von Bromelien in 2-3 Metern Höhe über dem Erdboden.
Rotrückenbaumsteiger (Dendrobates reticulatus), bis 1,6cm 
    
Dieser Frosch gehört zu den Winzlingen im Regenwald. Und trotzdem betreibt er eine fürsorgliche Brutpflege: Die Eier werden von beiden Elternteilen bewacht, die später die geschlüpften Larven in einen Bromelientrichter transportieren. Dort ernähren sich die Kaulquappen von Algen und Mückenlarven. Die Mutter füttert zur Unterstützung mit unbefruchteten Eiern.
 
 
Ordnung Schwanzlurche
 
Familie Querzahnmolche
 
Die Querzahnmolche ähneln den Salamandern, sie bilden jedoch eine eigenständige Familie. Bei ihnen stehen die Gaumenzähne in Querreihen. Ihr Lebensraum liegt in Mittel- und Nordamerika.
 
Axolotl (Ambystoma mexicanus), bis 27cm > Film 
    
Der mexikanische Axolotl wird von vielen Terrarienfreunden als Haustier gehalten. Der natürliche Lebensraum findet sich im Kanalsystem des ehemaligen Sees Xochimilco in der Nähe von Mexiko City. Das merkwürdige Tier behält seine Kiemen lebenslang. In Trockenzeiten kann es aber auch die Kiemen abwerfen und an Land gehen. Normalerweise ist der Axolotl dunkel gefärbt. Häufig finden sich wie auf dem Foto Albinos, denen die färbenden Hautpigmente völlig fehlen. 
 
 
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