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Schildkröten
 
 
Bei den Schildkröten ist der Körper fast vollständig von einem Rücken- und einem Bauchpanzer umschlossen. Der Panzer besteht aus einer Knochen- und einer Hornschicht. Die Knochen stellen einen Teil des Skeletts dar. Sie sind von Hornschilden oder einer lederartigen Haut überdeckt. Die mittleren Platten des Rückenpanzers (Wirbelschilde) hängen mit den Dornfortsätzen der Wirbelsäule zusammen. Die seitlich anschließenden Rippenschilde sind mit den Rippen verwachsen. Die auf der Knochenschicht liegende Hornschilde gehören zur Oberhaut und sind mit Nerven und Blutgefäßen durchsetzt. In den Kieferknochen befinden sich scharfe Hornschneiden, aufgrund derer die Schildkröten auch kräftig zubeißen können.
 
Alle Schildkrötenarten vermehren sich durch Eier. In den Gelegen findet man in der Regel bis zu zwanzig Eier, bei manchen Arten sind es bis zu 1000 Eier. Die Eier werden in den Boden eingegraben. Das Weibchen gräbt eine Mulde und hält dann seinen Schwanz über die Öffnung, fängt die austretenden Eier mit dem Hinterbein auf und lässt sie behutsam in die Mulde gleiten. Danach bedeckt es das Gelege wieder mit Erde und verlässt den Eiablageplatz. Das Ausbrüten der Eier besorgt die Bodenwärme. Nach dem Schlüpfen sind die jungen Schildkröten auf sich alleine gestellt. Danach müssen sie so schnell wie möglich das Wasser oder das Meer erreichen.
 
 
  Neuweltliche Sumpf- und Wasserschildkröten
 
Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis), bis 25cm  > Film/Grafik 
  
Die Europäische Sumpfschildkröte lebt äußerst scheu in den ruhigen, klaren Seen mit dichtem Uferbewuchs. Sie ernährt sich von Insektenlarven, Kaulquappen und gelegentlich auch von kleinen Fischen. Nach der Paarung im Juni legen die Weibchen etwa 10 Eier am Land in Ufernähe ab. Die Sumpfschildkröte überwintert von Oktober bis Mitte April im Bodenschlamm der Gewässer. 
Rotwangen-Schmuckschildkröte (Pseudemys scripta elegans), bis 25cm 
   
Die Schmuckschildkröten gehören zur Familie der Sumpfschildkröten. Sie sind in Nordamerika beheimatet und haben meist farbige Zeichnungen auf dem Panzer oder am Kopf. Die Rotwangen-Schmuckschildkröte ist die häufigste Schildkröte, die im Tierhandel erhältlich ist. Leider überleben 99 Prozent der für den Tierhandel gefangenen Jungschildkröten das kommende Jahr nicht. Daher ist vom Kauf einer solchen Schildkröte abzuraten.
 
 
  Landschildkröten
 
Griechische Landschildkröte (Testudo hermanni), bis 20cm 
  
Die Griechische Landschildkröte bewohnt das gesamte Südeuropa. Sie liebt trockenes und mit Sträuchern bewachsenes Gelände und ernährt sich von Blätter und Obst, aber auch von Regenwürmern und Schnecken. Nach der Paarung im Juni legt das Weibchen bis zu 12 Eier ab, aus denen im Herbst vier Zentimeter große Jungtiere schlüpfen. Im Winter, wenn es kalt wird, gräbt sich die Schildkröte ein und macht einen Winterschlaf.
Madagassische Strahlenschildkröte (Testudo radiata), bis 40cm 
  
Bei der Madagassischen Strahlenschildkröte gehen von der Mitte jedes Schildes strahlenförmige Linien aus. Sie lebt in Madagaskar und hält sich vorwiegend in Parklandschaften und Kakteenhecken auf. Am liebsten frisst sie Obst und frische Keime. Leider ist ihr Bestand in der Vergangenheit stark vermindert worden, da sie wegen ihres wohlschmeckenden Fleisches gejagt wurde. Heute steht sie jedoch unter Schutz.
Seychellen-Riesenschildkröte (Testudo gigantea), bis 120cm 
    
Die Seychellen-Riesenschildkröte ist auf den Seychellen bei Madagaskar beheimatet und gehört mit bis zu 1,2 Meter Panzerlänge zu den größten Landschildkröten. Der Panzer der Riesenschildkröten ist nicht so hart wie oft angenommen wird. Beim Transport kann er durchaus beschädigt werden. Diese Schildkrötenart findet man oft in zoologischen Gärten. Sie werden mit Gras, Salat, Hafer oder frischem Gemüse gefüttert.
 
 
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