Die Großansichten
der Bilder finden Sie auf der CD-ROM.
Der europäische
Maulwurf gehört aufgrund seines Gebisses zur Ordnung der Insektenfresser.
Der spezielle Körperbau ist an die unterirdische Lebensweise angepasst.
Der stromlinienförmiger Körper ermöglicht die schnelle Fortbewegung
in Röhren und Tunneln. Die Nase ist rüsselartig verlängert
und durch einen länglichen Nasenknochen verstärkt. Die Augen
sind unter dem Fell vollständig verborgen, sie spielen im Leben des
Maulwurfs kaum mehr eine Rolle. Das Gehör des Maulwurfs reagiert vor
allem auf tiefe Töne und damit auf Erschütterungen im Boden.
Das wichtigste Sinnesorgan stellen die Schnurhaare in Verbindung mit den
Tastsinneskörperchen dar. Ein Maulwurf besitzt 150.000 dieser Sinneszellen
auf seiner Schnauze.
Maulwurfskelett
mit Grabhänden
Der Schultergürtel
des Maulwurfs ist nach vorne verlagert, so dass die relativ kurzen und
kräftigen Vordergliedmaßen mit ihren riesigen Schaufelhänden
beim Graben voll zur Wirkung kommen. Die Hände sind durch einen sichelförmigen
Knochen am Daumen noch verbreitert, die Finger tragen lange und an der
Spitze sehr scharfe Krallen. Beim Graben bewegt sich der Maulwurf drehend
wie ein Bohrer in das Erdreich. Seine Grabhand löst die Erde wie eine
Schaufel ab und schiebt sie dann nach hinten. Die Hinterpfoten stoßen
die Erde weiter weg, so dass am Tunneleingang der typische Maulwurfshügel
entsteht.
Maulwurfshügel
auf einer Wiese
Seine Nahrung findet
der Insektenfresser, in dem er die Gänge nach eingedrungenen Kärver
und Larven absucht und neue Gänge gräbt. Am besten schmecken
ihm Regenwürmer. Pro Tag frisst ein Maulwurf so viel Nahrung wie er
selbst wiegt. Eine Besonderheit ist das Anlegen von Vorratskammern, in
denen große Mengen an Würmern und Insekten einlagert werden.
Der Sauerstoffgehalt in den schlecht durchlüfteten Tunneln ist relativ
niedrig. Daher weist das Blut des Maulwurfs einen besonders hohen Hämoglobingehalt
auf, wodurch es mehr Sauerstoff aufnehmen kann.
Maulwurf
in seiner Wohnkammer
Im Sommer graben
die Maulwürfe ihr Gangnetz in einer Tiefe von 10 bis 40cm, im Winter
etwas tiefer. Die rundliche Wohnkammer besitzt einen Durchmesser von etwa
20cm und ist mit Blättern, Moosen und Grashalmen gepolstert. Um die
Wohnkammer herum legt der Maulwurf viele Gänge an, die in das Jagdrevier
führen. Das Weibchen baut ein Nest in einiger Entfernung zur Wohnkammer,
meist zwischen den Wurzeln eines Busches. In der Regel wirft das Weibchen
im Mai einmal pro Jahr 3-5 Junge, die vollständig nackt sind.
Leider wurde der
Maulwurf aufgrund seiner Wühlarbeiten in der Vergangenheit immer wieder
als "Schädling" verfolgt. Doch auch der Maulwurf stellt ein wichtiges
Glied im natürlichen Kreislauf des Bodens dar, da er die Erde umgräbt
und somit den Boden fruchtbarer macht.