Lexikon der Greifvögel und Falken
 
Seeadler  
lat. Name: Heliaeeuts albicilla 
englischer Name: White-tailed Eagle 
franz. Name: Pygargue à queue blanche 
 
Klasse: Vögel 
Ordnung: Greifvögel 
Familie: Habichtverwandte 
 
Größe: 70-90cm 
Flügelspannweite: 2-2,4m 
Lebensraum: Küsten, Seengebiete
 
Seeadler gehören zu den größten Greifvögeln. Sie sind noch größer als die Steinadler. Weltweit kommen insgesamt 8 Seeadlerarten vor. Der europäische Seeadler (Heliaeeuts albicilla) hat einen leuchtend gelben und sehr großen Hakenschnabel und einen relativ kurzen, hell gefärbten, keilförmigen Schwanz. Kopf und Gefieder sind einheitlich graubraun gefärbt. Bei den Jungvögeln ist der Schnabel noch nicht gelb, auch das Gefieder erscheint um einiges dunkler. Im Flugbild fallen vor allem die breiten Flügel mit den gespreizten Handschwingen auf. 
    
 
beim jungen Seeadler sind Schnabel und Gefieder noch dunkel gefärbt
  
Beim Anblick dieser riesigen Greife geraten fast alle Wasser- und Waldbewohner in Panik. Beim Jagen lassen sich die Seeadler Zeit, sie verfolgen in aller Ruhe einen Fisch oder einen schwimmenden Wasservogel und selbst wenn er taucht, warten sie bis das Opfer müde wird. Manchmal suchen sie auch nach menschlichem Abfall; sie räubern Nester oder jagen kleineren Adlern die Beute ab.  
  
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Norwegischer Seeadler im Flug
   
Bei der Balz bietet sich ein ungewöhnliches Schauspiel: Männchen und Weibchen geben laute Töne von sich, während sie den Kopf nach hinten legen und den Schnabel in die Luft stoßen. Dann fliegen sie in die Höhe und ergreifen sich mit den Fängen. Das Adlerpaar lässt sich so unter Drehungen und Überschlägen fallen, erst kurz vor dem Boden fangen sie sich wieder auf, um mit dem Schauspiel erneut zu beginnen. Zur Aufzucht der Jungen bauen sie einen mächtigen Horst hoch auf großen Bäumen. Die beiden Eier werden vom Weibchen 40 Tage lang bebrütet. Die Jungen sind weitere 10 Wochen im Nest, bevor sie ihre ersten Flugversuche starten. Seeadler leben in Island, in Norwegen und Finnland, und sehr verbreitet auch in Russland. In harten Wintern ziehen sie in wärmere Gebiete.
 
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