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Das Haushuhn
 
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Oft sieht man auf dem Land noch freilaufende Hühner. Am liebsten scharren sie in einem geräumigen Auslauf nach Körnern, Insekten und Würmern. Manchmal pudern sie ihr Federkleid mit Staub ein und befreien sich damit von Milben. Nachts begeben sie sich in den Hühnerstall auf ihre Sitzstangen. Ein Haushuhn wird bis zu fünf Kilogramm schwer und erreicht ein Lebensalter von fünf bis acht Jahren.
 
Der männliche Hahn, der auch Gockel genannt wird, ist immer etwas schwerer als die weibliche Henne. Der Hahn bewacht die Hennen vor möglichen Gefahren und sorgt dafür, dass sie ungestört fressen können. Er wählt sich auch Lieblingshennen aus. Hennen, die nach dem Schlüpfen Jungtiere führen, nennt man Glucken. Der kastrierte Hahn wird Kapaun genannt. Eine Hühnerschar mit einem Kapaun kann keine Nachkommen erzeugen. Bei der Eierproduktion ist dies aber erwünscht.
 
Innerhalb der Hühnerschar gilt eine Rangordnung. Hühner mit hohem Rang dürfen bestimmen wer zuerst frisst und wer auf der besten Stange sitzen darf. Gelegentlich kommt es zu Rangkämpfen, wobei dann die Rangordnung neu festgelegt wird. Der Hahn besitzt an den Hinterzehen einen Sporn, der als Waffe zum Angriff und zur Verteidigung dient. Unter den Hennen kommen auch Freundschaften vor. Die Rangordnung stellt sicher, dass das Sozialleben der Hühnerschar funktioniert.
 
Leider leben weltweit gesehen viele Hühner nicht in ihrer normalen, artgerechten Haltung, sondern in Legebatterien, wo bis zu fünf Hühner auf engstem Raum eingepfercht in gestapelten Käfigen gehalten werden. In der Schweiz und in der EU (seit Anfang 2012) ist diese Art der Legebatterienhaltung verboten. Die meisten Hühner der Legebatterien haben nie Sonnenlicht gesehen und werden automatisch mit Futter und Wasser versorgt. Die Eier fallen auf einen schräg gestellten Drahtboden unterhalb der Batterie und rollen in eine Sammelrinne.
 
Die Kleingruppenhaltung stellt einen Kompromiss zur Legebatterienhaltung dar. Die Hühner werden in Gruppen von 40-60 Tieren in großen Käfigen gehalten, in denen es Sitzstangen, verdunkelte Nester zur Eiablage und einen Bereich mit Streu zum Scharren und Picken gibt. Auch wenn die Kleingruppenhaltung eine Verbesserung im Vergleich zu den Legebatterien darstellt, ist sie nicht unbedingt artgerecht. Während wild lebende Hühner nur wenige Eier im Jahr legen, erreicht man durch die intensive Hühnerzucht, dass ein Huhn bis zu 300 Eier pro Jahr legt.
 
Bei der Bodenhaltung werden die Hühner in einem Stall gehalten, wobei sie ebenfalls auf engstem Raum miteinander auskommen müssen. Der artgerechten Haltung entspricht nur die Freilandhaltung und die intensive Auslaufhaltung. Hierbei haben die Hühner einen weitgehend uneingeschränkten Auslauf auf bewachsenen Flächen im Freien. Die Hennen können ihre Eier in Nester aus Stroh legen, sie können picken und scharren, ein funktionierendes Sozialleben ist gewährleistet.
 
 
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Das Hühnerei wird im Eierstock und im Eileiter der Henne gebildet. Im Eierstock befinden sich tausende von Eizellen, die innerhalb einer guten Woche zu Dotterkugeln heranreifen. Durch einen Schlitz in der Haut des Dottersacks gelangen die reifen Dotterkugeln über den Eileitertrichter in den Eileiter. Paart sich das Huhn mit einem Hahn, wird das reifende Ei hier befruchtet. Im eiweißbildenden Teil wird das Eiklar gebildet. Im nachfolgenden Engpass, der Eileiterenge, entsteht die innere und die äußere Schalenhaut. Im Eihalter bildet sich die harte Eischale. Zum Schluss verlässt das Ei über die Scheide das Huhn. Es ist noch mit einer schützenden Schleimschicht überzogen. Damit die Scheide nicht in Kontakt mit der kotführenden Kloake kommt, stülpt sie sich dabei nach außen. Die Entwicklung vom Dotter zum Ei dauert etwa 24 Stunden.
 
 
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Ein Hühnerei lässt sich in den Dotter, das Eiklar und die Schale unterteilen. Der gelbe Dotter ist von einer Dotterhaut eingeschlossen, die den Dotter vom Eiklar trennt. Dotter und Eiklar enthalten Nährstoffe wie Eiweiß, Fett, Vitamine, Mineralstoffe, Cholesterin und Wasser für das Küken. Aus der Keimscheibe entwickelt sich bei einer Befruchtung der Embryo. Das Eiklar schützt den Dotter und wirkt bakterienhemmend. Zwischen Eiklar und Schale wird durch die innere und äußere Schalenhaut eine Luftkammer gebildet. Die Eischale ist luftdurchlässig und schützt den Inhalt des Eis. Das Oberhäutchen, das nach dem Trocknen der Schleimschicht entsteht, verhindert das Eindringen von Keimen wie Bakterien und Schimmelpilze. Beim Waschen von rohen Eiern wird das Oberhäutchen zerstört. Dadurch verliert das Ei seine Haltbarkeit als Lebensmittel!
 
 
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Damit sich aus einem befruchteten Ei ein Küken entwickelt, muss die Henne das Ei bebrüten. Die Henne wendet das Ei immer wieder und sorgt für eine gleichbleibende Temperatur von 25°C. Die Hagelschnüre im Eiklar halten den Dotter immer so, dass der Embryo in aufrechter Lage bleibt. Nach drei Bruttagen entwickeln sich auf dem Dotter Blutgefäße, die den Embryo mit Nährstoffen versorgen. Die luftdurchlässige Kalkschale ermöglicht die Aufnahme von Sauerstoff. Nach drei Wochen durchstößt das voll entwickelte Küken mit seinem Eizahn die Schale von innen und schlüpft.
 
 
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