| Der Kleiber ist am schwarzen Augenstreif
und dem kleinen, kräftigen Meißelschnabel zu erkennen. Der Gesang
des Männchens tönt im Verhältnis zu seiner Körpergröße
relativ laut. Oft verdichtet sich der Gesang zu einem "twät twät
twät twät twät twit". Gelegentlich ahmt der Kleiber auch
andere und stärkere Vögel wie beispielsweise den Grünfink
nach. Damit verteidigt er sein Revier mit Nachdruck.
Kleiber klettern gerne an Baumstämmen
auf und ab, dabei hält der obere Fuß mit den Krallen das Körpergewicht,
während sich der untere abstützt. Die Brut erfolgt in fremden
Baumhöhlen oder in Nistkästen. Damit andere Vögel nicht
mehr in die Höhle hinein können, verkleben die Weibchen den Eingang
mit einem Art Leim, so dass das Loch nur noch für die eigenen Artgenossen
geeignet ist. Gleichzeitig ist der Eingang vor Mardern und Krähen
geschützt. Der Begriff "Kleiber" bezeichnete früher im Mittelhochdeutschen
einen Handwerker, der Lehmwände erstellt.
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oben: Kleiber beim Bewachen
(links) und Bearbeiten einer Baumhöhle (rechts)
unten: Kleiber vor der
Höhle einer Platane und beim Bewachen des Vorrats im Winter
Mit dem Meißelschnabel können
Kleiber vorhandene Baumlöcher auch vergrößern oder harte
Schalen von Früchten aufknacken. Dabei klemmen sie die Früchte
in Spalten der Rinde und bearbeiten sie mit scharfen Schnabelhieben. Der
hämmernde Laut klingt ähnlich wie wenn ein Specht die Rinde bearbeitet.
Dadurch erhielt der kleine Vogel im Volksmund den Namen "Spechtmeise".
Im Sommer ernähren sich Kleiber hauptsächlich von Insekten und
Spinnen, im Winter von Samen und Nüssen. Ihre Nahrung suchen sie bevorzugt
in den Ritzen der Baumrinde mit ihren langen spitzen Schnäbeln. Kleiber
legen in der Baumrinde Wintervorräte an und decken diese mit Moos
zu. Die Vorräte werden das ganze Jahr über bewacht und Eindringlinge
energisch verjagt. |