Das Rotkehlchen
ist ein kleiner Vogel, der leicht an seiner orange gefärbten Stirn,
Kehle und Brust zu erkennen ist. Männchen und Weibchen sind gleich
gefärbt. Junge Rotkehlchen hüpfen oft am Boden und erinnern im
Gebahren an einen Zaunkönig (siehe Bild
unten rechts). Die rote Brust ist bei ihnen noch nicht ausgefärbt.
Die Männchen verteidigen energisch ihr Revier. Der schrille Gesang
beginnt mit scharfen Tönen und endet mit leicht abfallenden, flötenden
Passagen. Revierkämpfe zwischen Rotkehlchen oder mit anderen Singvögeln
werden sehr heftig ausgetragen und können sogar tödlich enden.
Gelegentlich findet ein Wettsingen zwischen den Rotkehlchen statt. Wird
dabei keine Eingung erzielt, gehen die Rotkehlchen zum Wettposieren über.
Sie präsentieren dabei dem Gegner die rote Brust. Kommt es zu einem
Kampf, picken sie dem Gegner in die Augen oder ins Gesicht. Die Vögel
beherrschen auch eine Reihe von Warnrufen wie "zieeh" oder "zik" und eine
ganze Reihe von anderen Lauten zur Kommunikation.
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Rotkehlchen zeigt Brust
(links), junges Rotkehlchen (rechts)
Rotkehlchen bewohnen
dichte Laubwälder, Gebüsche und Parkanlagen. Sie bauen ein gut
verstecktes und backofenförmiges Nest aus Blättern, Gras und
Moos. Die Nahrung ist sehr vielseitig, sie besteht aus Insekten, Spinnen,
Schnecken und Würmern, sowie aus Beeren und Früchten. Der Vogel
ist ein Ansitzjäger. Er sitzt regungslos auf einer niedrigen Warte
und lauert Insekten und Würmern auf. Im Frühjahr werden auch
gerne Ameisen aufgenommen. Beim Jagen wird das Rotkehlchen durch andere
Vögel immer wieder gestört, daher wird das Revier so energisch
verteidigt. Die mitteleuropäischen Rotkehlchen sind Standvögel.
Gegen Ende des Winters verlassen die Weibchen ihr Revier, um ein Männchen
zu suchen. |