Mauswiesel
Mustela nivalis L.
11 bis 26 cm, 60 bis 200 g
Familie Marder  Mustelidae

Klasse, Ordnung

Säuger, Raubtiere.

Englisch: Least weasel.  
Französisch:
Belette d'Europe.

Lebensraum
Wiesen, Äcker, Feldraine, Hecken, Trockenmauern, Geröll- und Holzstapel, Scheunen.

Nahrung
Feld- und Rötelmäuse, Hausmaus, Spitzmäuse, Kleinvögel und Eier, Insekten.

MauswieselLupeMauswiesel im Sommerkleid.
Mauswiesel FrontalansichtLupeFrontalansicht.
Merkmale
Lebensweise
Nahrungserwerb
Gefahren
Grafik
Infokarte
Beschreibung
Merkmale

Das Mauswiesel ist das kleinste Raubtier der Erde. Es hat einen langgestreckten, schlanken Körper mit kurzen Beinen und kleine Füße mit teilweise behaarten Sohlen, sowie einen kurzen Schwanz ohne schwarze Spitze. Im Sommerkleid erscheint die Oberseite nuss- bis kastanienbraun, die Unterseite ist reinweiß. In alpinen oder schneereichen Regionen wird ein fast weißes Winterkleid ausgebildet. Das Weibchen ist deutlich kleiner als Männchen. Das Raubtiergebiss besitzt schmale, dolchartige Eckzähne, die zu Reißzähnen ausgebildet sind. Mauswiesel geben Laute von sich, dazu zählen ein feines Fiepen, oder ein Keckern, bei Bedrohung auch scharfe Schreie. Zur Gefahrenabwehr oder auch zur Reviermarkierung können sie einen intensiven Moschusgeruch aus ihren Analdrüsen aussenden. Der in der Gestalt sehr ähnliche Hermelin ist deutlich größer, er besitzt einen längeren Schwanz mit schwarzer Spitze, die beim Mauswiesel fehlt. Die Trennlinie zwischen brauner Oberseite und heller Unterseite ist eher unscharf, beim Mauswiesel ist dagegen eine scharfe Trennlinie vorhanden.
 
Hermelin und Mauswiesel im VergleichLupe

 
Lebensweise

Ein Mauswiesel zu erblicken, ist nicht ganz einfach, da es meistens in der Dämmerung oder in der Nacht aktiv ist. Das Revier ist nicht besonders groß. Es baut sein Quartier gerne in Hohlräumen, Mäusebauten, Steinhaufen oder Holzstapeln. Die Nester werden mit den Haaren der Beute ausgepolstert. Nach der Paarung im Frühjahr oder im Frühsommer und einer Tragzeit von rund sieben Wochen werden meist vier bis sechs Junge geworfen. Sie sind am Anfang sehr hilflos, nackt und blind. Sie öffnen ihre Augen erst nach vier Wochen. Die ersten Jagdversuche unternehmen sie nach zwei Monaten. Das Weibchen wird im ersten Lebensjahr schon geschlechtsreif. Die natürliche Lebenserwartung ist nicht sehr hoch, sie liegt nur bei einem oder zwei Jahre.


Nahrungserwerb

Das Mauswiesel dringt gerne in enge Mausgänge ein, dazu ist der schmale Körper bestens geeignet. Es tötet seine Beute durch einen Kehlbiss. Hauptnahrung sind Feld- und Rötelmäuse sowie Hausmäuse. Auch Spitzmäuse, Kleinvögel oder deren Eier und Insekten werden gefressen. Mauswiesel können ihre Beute auch in einem kurzen Sprint verfolgen. Es legt Vorratsdepots an und gleicht so ein schwankendes Nahrungsangebot aus. Wenn es viele Mäuse hat, nimmt auch der Bestand an Mauswieseln zu.


Feinde und Gefahren

Zu den natürlichen Feinden zählen Eulen wie die Schleiereule, Mäusebussard, Rotfuchs und Marder. Gefahren gehen auch vom Straßenverkehr und von der intensiven Landwirtschaft aus, wenn die Heckenlandschaften zurückgehen. Werden Mäuse oder Ratten mit Gift bekämpft, stellt das auch eine Gefahr für die Mauswiesel dar.


Zeichnungen

Bild vergrößern! ZoomMauswiesel: Farbzeichnung vor freigestelltem Hintergrund.
Bild vergrößern! ZoomSchwarzweißzeichnung mit freigestelltem Hintergrund.
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