Merkmale
Der Steinmarder hat einen schlanken, katzenähnlichen Körper und einen buschigem Schwanz. Die Oberseite des Fells erscheint braun bis schokoladenbraun. Charakteristisch ist der große, weiße Kehlfleck ohne Gelbstich, dieser ist häufig unten gegabelt und reicht bis an den Ansatz der Vorderbeine. Beim Baummarder ist der Kehlfleck gelblich und meist nicht gegabelt, dieser hat einen dunklen Nasenspiegel, beim Steinmarder ist er hell. Die großen Ohren haben einen hellen Saum, der Nasenspiegel ist meist rosa bis fleischfarben. Die Borstenhaare an der Oberlippe stellen ein empfindliches Tastsinnesorgan dar, mit dem sich der Marder im Dunkeln orientieren kann. Das Fell ist etwas grober als beim Baummarder. Die Fußsohlen sind weitgehend nackt, während der Baummarder behaarte Sohlen hat. Das männliche Tier nennt der Jäger Rüde, das weibliche Fähe. Marder haben an jedem Fuß fünf Zehen und fünf Krallen. Der Steinmarder besitzt das Gebiss eines Allesfressers. Die Gebissformel des Steinmarders lautet jeweils pro Kieferhälfte oben 3/1/4/1 und unten 3/1/4/2, damit hat er 38 Zähne. Steinmarder haben am letzten Backenzahn eine Einbuchtung, beim Baummarder ist es eine Ausbuchtung. Das Männchen ist größer und schwerer als das Weibchen. Marder können fauchen, knurren und bei Erregung auch schrill schreien.
Die Spuren des Baummarders und des Steinmarders sind sich sehr ähnlich. Beim Rennen sind immer die Trittsiegel der vier Pfoten in einer Einheit angeordnet, während dazwischen ein größerer Zwischenraum ist. Die fünffingerigen Trittspuren zeigen sichtbar die Krallen und einen klaren Abdruck, während sie beim Baummarder aufgrund seiner behaarten Sohlen eher verwischt sind.
Lebensweise
Der Steinmarder sucht eher bewohnte Siedlungen auf als der Baummarder. Er ist in Mitteleuropa weit verbreitet, auch in der Schweiz und Deutschland kommt er häufig vor. Er fehlt in weiten Teilen Skandinaviens, sein Gebiet reicht bis Kleinasien und Zentralasien. Steinmarder sind überwiegend nachtaktive Einzelgänger mit festen Routen im Revier. Tagsüber ruht er in Baumhöhlen, Felsspalten, Erdhöhlen, Holzstapeln, dichten Hecken oder Hohlräumen von Gebäuden. Der Steinmarder läuft immer wieder die gleichen Routen ab und markiert diese sogenannten Marderpässe mit seinem Duft. Er klettert gut und inspiziert auch Dachstühle, Zwischendecken, Regenrinnen und Gartenhecken.
Aus den Analdrüsen kann der Steinmarder ein stinkendes Sekret zur Revierabgrenzung abgeben, beim Baummarder riecht es moschusartig. Nach der Paarungszeit, der Ranz, im Sommer folgt eine verlängerte Keimruhe der befruchteten Eier über den Winter. Die eigentliche Tragzeit beginnt im Frühling und beträgt etwa einen Monat. Die Geburt der Jungen erfolgt also erst acht Monate nach der Paarung im März oder April. Das Weibchen wirft im Schnitt zwei bis sechs Junge. Diese sind zunächst nackt und blind. Sie öffnen die Augen nach vier Wochen, selbständig sind sie erst im Herbst. Die Geschlechtsreife erfolgt nach zwei Jahren. Die natürliche Lebenserwartung beträgt nur ein paar Jahre, in Ausnahmefällen kann ein Steinmarder älter als 10 Jahre werden.
Nahrungserwerb
Der Steinmarder ist ein Allesfresser und frisst, was die Jahreszeit gerade hergibt. In Siedlungen erbeutet er Ratten, Hausmäuse, Spatzen oder Stadttauben. Die Nahrung wird vorwiegend am Boden erbeutet, doch als hervorragender Kletterer erreicht er auch Vogelnester in Dachstühlen, Speichern oder Bäumen, er plündert sogar Elsternnester und vergreift sich an Hühnerställen. Auf dem Land jagt er nach Feld- und Rötelmäusen, Wieseln, und Insekten, selbst junge Kaninchen werden nicht verschont. Im Spätsommer und Herbst stehen auch Früchte wie Kirschen, Pflaumen, Beeren und Trauben auf dem Speiseplan. Gefürchtet sind die Marderbisse an Fahrzeugverkabelungen während der Paarungszeit, wenn die Männchen fremde Gerüche markieren.
Feinde und Gefahren
Der Straßenverkehr ist die größte Gefahr für den Marder. Weil er immer wieder Siedlung heimsucht und Schäden an Gebäuden anrichtet, wird er auch mit Fallen bejagt, was aber in manchen Regionen nicht erlaubt ist. Viruserkrankungen wie die Staupe und die durch Milben verursachte Räude dezimieren ebenfalls die Bestände. Parasiten wie Zecken, Flöhe, Milben, Faden- und Bandwürmer sind weit verbreitet. Zu den natürlichen Feinde zählen der Uhu, große Greifvögel, der Rotfuchs und auch der Luchs, sofern vorhanden.
Fotos und Zeichnungen


