Merkmale
Der Gartenschläfer fällt durch seine schwarze Augenbinde („Zorromaske“) von den Augen bis zu den Ohren auf. Er hat große, runde Ohren, eine graubraune bis rotbraune Oberseite und eine weiße Unterseite. Kehle und Wangen sind ebenfalls weiß. Während der Siebenschläfer einen dicken, buschigen Schwanz hat, ist der lange Schwanz beim Gartenschläfer relativ dünn und in etwa so lang wie die Kopf-Rumpf-Länge. Er ist oben braun und unten weiß, er endet in einer Haarquaste. Der Gartenschläfer ist im Vergleich zum Siebenschläfer etwas kleiner, bei diesem fehlt die schwarze Gesichtsmaske. Wie die meisten Nagetiere hat der Gartenschläfer an den vorderen Füßen vier Finger (der Daumen ist zurückgebildet) und an den hinteren fünf Zehen, die alle mit feinen Krallen besetzt sind. Der Schädel fällt durch seine großen Augenhöhlen auf. Die Laute des Gartenschläfers sind vielfältig und einzigartig: In warmen Sommernächten kann man manchmal ein feines Fiepen, Zirpen oder Murmeln hören.
Lebensweise
Der Gartenschläfer kommt in West- und Mitteleuropa vor, in Süd- und Osteuropa nur in Teilen. Er ist ein dämmerungs- und nachtaktives Tier. Die Tagesverstecke befinden sich in Baumhöhlen, Nistkästen, Mauerspalten und Dachstühlen. Er kann sehr gut klettern und nutzt Bäume, Sträucher und Gebäude. Die Nester werden in Höhlen oder Nistkästen angelegt. Diese sind mit Pflanzenmaterial weich ausgepolstert. Die Paarung erfolgt im späten Frühjahr oder im Frühsommer. Nach einer Tragezeit von dreieinhalb bis vier Wochen wirft das Weibchen drei bis sieben Junge. Diese unternehmen schon nach wenigen Wochen erste Kletterversuche, im Spätsommer sind sie selbständig. Der Winterschlaf erfolgt meist von Oktober bis April in frostsicheren Verstecken.
Nahrungserwerb
Der Allesfresser legt seinen Schwerpunkt auf tierische Kost. Er frisst Käfer, Heuschrecken, Spinnen und Schnecken, dann auch Samen, Eicheln, Nüsse, Beeren und Obst. Gelegentlich frisst er Aas oder er plündert Vogelnester. Ab dem Spätsommer frisst er sich eine dicke Fettschicht an und legt kleine Vorräte für die Übergangszeit an.
Feinde und Gefahren
Zu den natürlichen Feinden zählen Eulen, Marder, Füchse und Hauskatzen. Schlangen machen Jagd auf Jungtiere. Die Bestände sind durch den Verlust des natürlichen Lebensraumes und durch die Intensivlandwirtschaft gefährdet. Zur Erhaltung ist es notwendig, dass alte Bäume mit Höhlen erhalten werden. Zur Unterstützung kann man Nistkästen aufhängen. Der Gartenschläfer reagiert auch empfindlich auf Lichtverschmutzung, er mag es gerne sehr dunkel.
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