Ostschermaus
Arvicola amphibius Linnaeus
12 bis 22 cm, 120 bis 300 g (Arvicola amphibius)
Familie Wühler  Arvicolinae

Klasse, Ordnung

Säuger, Nagetiere.

Englisch: European water vole.
Französisch: Grand campagnol.

Lebensraum
Ufer von Bächen, Flüssen, Gräben und Teichen, Feuchtwiesen, Röhrichte, Gärten.

Nahrung
Gräser, Seggen, Binsen, Schilf, Süßgräser, Kräuter, Wurzeln und Rinden junger Triebe, gelegentlich Insektenlarven, Schnecken oder Aas.

OstschermausLupeOstschermaus mit kurzem Schwanz.
Ostschermaus FrontalansichtLupeSchneidezähne.
Merkmale
Lebensweise
Nahrungserwerb
Gefahren
Grafik
Infokarte
Beschreibung

Merkmale

Die Ostschermaus ist eine große Wühlmaus mit breitem Kopf, stumpfer Schnauze und kleinen, anliegenden Ohren. Das glänzende Fell ist oberseits hellbraun- bis dunkelbraun, unterseits erscheint es deutlich heller. Der behaarte Schwanz ist relativ kurz, er ist deutlich kürzer als die Kopf-Rumpf-Länge. Die Hinterfüße sind mit abstehenden Haarfransen als Schwimmhilfe versehen. Die orangegelben Schneidezähne wachsen immer wieder nach. Die Wanderratte hat einen längeren und weniger behaarten Schwanz und auch größere, leicht abstehende Ohren. Im Vergleich zur Erdmaus ist die Ostschermaus fast doppelt so groß. Sie baut tiefere Gänge und findet sich auch eher in Wassernähe. Der Auswurfhügel ist im Vergleich zum Hügel des Maulwurfs flacher und nicht so kegelförmig, er enthält neben der Erde auch Pflanzenreste, der Eingang befindet sich eher seitlich und nicht oben.

Es gibt Populationen, die mehr am Wasser wohnen (Arvicola amphibius), während andere bevorzugt Wiesen und auch Gärten aufsuchen (Arvicola terrestris). Die terrestrisch lebenden Ostschermäuse sind kleiner und weniger schwer.

 
Lebensweise

Während die ähnliche Westschermaus nur im westlichen Frankreich und auf der Iberischen Halbinsel lebt, besiedelt die Ostschermaus die restlichen Teile Europas bis nach Sibirien. Sie baut verzweigte Röhrensysteme mit mehreren Eingängen an Steilböschungen oder an Grashängen.
Die Tunnelsysteme bestehen aus Wohn-, Vorrats- und Fluchtröhren. Schermäuse sind ausgezeichnete Schwimmer und Taucher, sie nutzen Unterwassereingänge zur Flucht. Die Nester werden mit Pflanzenmaterial ausgepolstert. Die Fortpflanzung erfolgt von Frühjahr bis Herbst, bei mildem Klima fast ganzjährig, es sind zwei bis fünf Würfe pro Jahr möglich. Nach einer Tragzeit von ungefähr drei Wochen kommen zwei bis acht Junge zur Welt. Diese sind anfangs nackt und blind, sie werden drei bis vier Wochen lang gesäugt. Nach spätestens drei Monaten sind sie aber schon geschlechtsreif.


Nahrungserwerb

Schermäuse sind überwiegend Pflanzenfresser. Sie fressen gerne Halme, Blätter, Schilf- und Seggenstängel, Wasserpflanzen, Rinden, Triebe und Wurzeln. Die sauber abgetrennte Nahrung wird zu Fraßplätzen gebracht und in Nestnähe als Vorrat angelegt. Gelegentlich fressen sie auch Insektenlarven, Schnecken oder Aas.


Feinde und Gefahren

Zu den natürlichen Feinden zählen Reiher, Greifvögel, Uhus, Fischotter, Füchse, Marder und Hauskatzen. Weitere Gefahren drohen den Schermäusen durch Uferverbau, Gewässerverschmutzung, extreme Hochwässer, Dürren und durch den Straßenverkehr. An den Uferdämmen lebt die Ostschermaus in Konkurrenz mit der Bisamratte. Die Ostschermaus kann in Gärten erhebliche Schäden an Obstbäumen verursachen, da sie unterirdisch die Wurzeln annagt. Das Auslegen von Giftködern wird nicht empfohlen. Eine ausufernde Vermehrung wird in Wohngebieten durch Hauskatzen in Schach gehalten.


Zeichnungen

Bild vergrößern! ZoomOstschermaus: Farbzeichnung vor weißem Hintergrund.
Bild vergrößern! ZoomSchwarzweißzeichnung vor weißem Hintergrund.
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