Merkmale
Das Walross ist eine sehr große Robbe mit braunem, massigem Körper. Die Falten der dicken Fettschicht aus der Unterhaut sind gut sichtbar, die braune Haut ist nur spärlich mit rauen Haaren besetzt. Bei hoher Wärmeeinstrahlung kann die Haut aufgrund der starken Durchblutung auch rosa schimmern. Markant sind die langen Stoßzähne, die als verlängerte Eckzähne beim Männchen und beim Weibchen vorhanden sind. Bei den Männchen sind sie stärker ausgebildet. Die breite Schnauze ist mit bis zu 450 borstigen Tasthaaren versehen. Die Vorder- und Hinterflossen sind fünfstrahlig, die Hinterflossen können nach vorne gedreht werden, wodurch jede Körperpartie erreicht werden kann und auch eine Fortbewegung an Land möglich ist. Das Männchen ist deutlich größer als das Weibchen. Im Rachenbereich besitzt es Luftsäcke, die als Auftriebshilfe im Wasser dienen.
Lebensweise
Das Walrossvorkommen umfasst in der Arktis vier getrennte Populationen. Das Atlantische Walross bildet zwei Populationen zwischen der Hudson Bay und Westgrönland und zwischen Spitzbergen und Ostgrönland. Das Pazifische Walross kommt in der Beringstraße zwischen Sibirien und Alaska sowie an der Nordküste Sibiriens vor. Die isländische Population wurde durch die Wikinger ausgerottet.
Die langen Stoßzähne dienen zum Imponieren, zur Verteidigung und zum Klettern auf Eis. Die Tiere leben in großen Kolonien an ihren Liegeplätzen auf dem Eis oder an den Stränden dicht gedrängt. Die Tauchgänge dauern im Schnitt fünf bis fünfzehn Minuten. Der Vortrieb im Wasser erfolgt mit den Hinterflossen, die Steuerung mit den Vorderflossen. Die Paarungszeit beginnt am Ende des Winters oder mit dem beginnenden Frühjahr. Nach einer Keimruhe von mehreren Monaten, beginnt die fast einjährige Tragzeit. Erst im Mai des nächsten Jahres wird ein einziges Kalb geboren. Das Kalb ist bei der Geburt schon einen Meter groß und wiegt 50 Kilogramm. Es kann sofort schwimmen, wird aber bis zu zwei Jahre lang gesäugt, das Kalb sitzt beim Schwimmen manchmal auch auf dem Rücken der Mutter. Nach der Entwöhnung bleibt die Mutterbindung nochmals für ein oder mehrere Jahre bestehen. Die Weibchen werden im Schnitt erst nach sechs Jahren geschlechtsreif. Bei den Männchen braucht es bis zu 15 Jahre, bis sie stark genug sind, um sich bei den Konkurrenzkämpfen durchzusetzen, um ein Weibchen zu erobern. Ein Walross kann 20 bis 40 Jahre alt werden.
Nahrungserwerb
Walrosse suchen ihre Nahrung am Meeresboden und an Muschelbänken. Sie können auf der Suche nach Weichtieren oder Krebsen maximal 30 Minuten lang abtauchen. Der Boden wird mit den Flossen aufgewühlt, die Tasthaare am Bart dienen zum Auffinden der Beute. Muschelschalen werden mit den Vorderflossen geknackt. Eine andere Technik ist das Pressen mit den Lippen und das Aussaugen mit Hilfe eines Unterdrucks. Junge Robben werden vor allem durch männliche Einzelgänger gejagt.
Feinde und Gefahren
Zu den natürlichen Feinden der Jungtiere zählen der Eisbär und der Orca. Die Haut der Walrosse ist anfällig für blutsaugende Parasiten wie Läuse oder Fadenwürmer. Eine Bedrohung stellt der Klimawandel dar, wenn das Meereis zurückgeht und die Liegeplätze nicht mehr erreichbar sind oder wenn sich das Nahrungsangebot dadurch ändert. Störungen erfolgen durch die Schifffahrt und den Tourismus, durch Ölförderaktivitäten und durch Lärm jeglicher Art.
Fotos und Zeichnungen

