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Mornellregenpfeifer
Lateinisch: Charadrius morinellus
Englisch: Eurasian Dotterel
Französisch: Pluvier guignard

Klasse: Vögel
Ordnung: Regenpfeiferartige
Familie: Regenpfeifer

Größe:
bis 25 cm
Lebensraum: Hochalpine Matten, Tundren und offene Fjell-Landschaften
Der Mornellregenpfeifer ist ein mittelgroßer Regenpfeifer mit zierlicher Gestalt. Auffällig sind die weißen Überaugenstreifen, die sich auf der Stirn treffen, sowie die rostbraune Brust mit einem scharf abgesetzten, weißen Querband darunter. Der rostrote Bauch ist unten dunkel. Im Schlichtkleid sind die Farben matter. Der Ruf ist ein weiches, melancholisches „Püii“ oder beim Abfliegen ein „Pürr“. Die Flügelspannweite beträgt rund 60 Zentimeter, das Gewicht 100 bis 120 Gramm.

Diese Regenpfeiferart brütet in den Hochlagen der Alpen, in Skandinavien sowie in weiten Teilen Russlands. Der Zugvogel überwintert in Nordafrika oder im Nahen Osten. Bei der Gruppenbalz ist das Weibchen aktiver. Es duckt sich oder führt eine Scheinflucht vor, um die Aufmerksamkeit eines Männchens zu ergattern. Das Nest ist eine spärlich ausgepolsterte Mulde am Boden. Die Gelege bestehen meist aus zwei oder eher selten aus drei Eiern. Anders als bei den meisten Vögeln beteiligt sich das Weibchen nur anfangs, später übernimmt vor allem das Männchen das Brüten und die Fürsorge für die Jungen. Diese verlassen bald nach dem Schlüpfen das Nest und suchen selbständig nach Nahrung, sie werden dann aber noch vom Vater geführt und beschützt.

Die Nahrung besteht aus Insekten, Spinnen und anderen wirbellosen Tieren, die am Boden gesucht und aufgepickt werden. Während des Zuges frisst der Mornellregenpfeifer auch Beeren und Samen. Er sucht meist in Trupps nach Nahrung. Zu den natürlichen Feinden zählen Greifvögel wie Falken und Bussarde sowie Räuber am Boden. Gefahren entstehen auch durch den Habitatverlust in den Alpen, Störungen durch Tourismus und Klimaveränderungen, die den Lebensraum der Art verändern. Insgesamt gilt der Mornellregenpfeifer in Europa als gefährdet, seine Bestände nehmen regional ab.

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