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Singschwan
Lateinisch: Cygnus cygnus 
Englisch: Whooper Swan 
Französisch: Cygne chanteur 
 
Klasse: Vögel 
Ordnung: Gänsevögel 
Familie: Entenvögel
Größe: bis 160 cm 
Lebensraum: Seen und Flüsse in der Tundra
Der Singschwan lässt sich vom Höckerschwan äußerlich am Schnabel eindeutig unterscheiden: Der gelbe Schnabel mit der schwarzen Spitze hat keinen Höcker. Das Gefieder ist reinweiß, die Beine sind schwarz. Beim Fliegen ist kein Fluggeräusch hörbar. Singschwäne rufen mit einem zwei- oder dreisilbigen Posaunenton, der in etwa wie ein „Huuk“ oder „Huukuk“ klingt. Die Flügelspannweite eines erwachsenen Singschwans beträgt zwei bis zweieinhalb Meter, das Gewicht 8 bis 11 Kilogramm. In freier Wildbahn kann er über 20 Jahre alt werden.

Singschwäne brüten in Nordeuropa und Asien, vor allem in Tundren, Mooren und an großen Binnenseen. Sie kommen neuerdings aber auch in Südschweden und in Deutschland vor. Wie die Höckerschwäne bauen sie ein Nest aus einem Haufen Grasmaterial. Ein Gelege umfasst in der Regel vier bis sieben Eier. Die Brutdauer beträgt etwa sieben Wochen. Das Weibchen brütet hauptsächlich, während das Männchen das Revier verteidigt. Nach dem Schlüpfen führt das Weibchen die Jungen ins Wasser, wo sie bald selbständig schwimmen können; beide Eltern füttern und bewachen die Familie. Die Nahrung besteht wie beim Höckerschwan aus Wasserpflanzen, Gräsern, Samen und Wurzeln, die der Singschwan mit seinem langen Hals vom Grund oder aus Flachwasser holt. Im Winter trifft man die Singschwäne als Zuggäste an der Nord- und Ostsee, manchmal sogar in der Schweiz. Dann sucht er häufig auf Feldern nach Ernteresten und Getreidekörnern. Singschwäne können auf dem Zug eine Flughöhe von acht Kilometer erreichen. Die Trupps werden durch die trompetenden Flugrufe zusammengehalten.

Natürliche Feinde sind eher selten. Gelegentlich werden Eier und Küken von Füchsen oder Raubvögeln erbeutet. Zu den Gefahren zählen auch Lebensraumverlust, Bleivergiftungen durch Aufpicken von Munition und Kollisionen mit Stromleitungen. Schutzmaßnahmen und ruhige Rastgebiete haben in vielen Regionen zu stabilen Beständen beigetragen.

Copyright: Thomas Seilnacht