Die Schwarzkopfmöwe ist eine mittelgroße Möwe. Im Prachtkleid ist der Kopf tiefschwarz gefärbt, während das Gefieder sonst weiß mit hellgrauem Rücken erscheint. Im Vergleich dazu hat die ähnliche
Lachmöwe eine dunkelbraune Kopfkapuze, die nicht bis in den Nacken reicht, sondern bis an den Hinterkopf. Die Flügelspitzen mit den Handschwingen sind weiß, was sie von den meisten anderen Möwen unterscheidet. Der Schnabel und die Beine sind leuchtend rot. Die drei Zehen an den Füßen sind mit Schwimmhäuten versehen. Die Augen sind von einem roten Lidring und zwei weißen Augenflecken umgeben. Im Schlichtkleid fehlt die schwarze Kopfkappe, stattdessen sind dunkle Ohrflecken sichtbar. Der Ruf ist ein lautes, etwas heiseres „Kreeh“.
Die Flügelspannweite beträgt 94 bis 105 Zentimeter, das Gewicht 250 bis 400 Gramm.
Die Schwarzkopfmöwe brütet in Kolonien an Binnengewässern, Salzlagunen und Küstenabschnitten. Wichtige Brutgebiete liegen am Schwarzen Meer, in Südosteuropa sowie in den Niederlanden und vereinzelt auch in Mitteleuropa, zum Beispiel am Zürichsee in der Schweiz. Das Nest wird am Boden errichtet, oft in dichten Kolonien zusammen mit anderen Möwen- oder Seeschwalbenarten. Das Gelege besteht in der Regel aus zwei bis drei Eiern, die von beiden Eltern bebrütet werden. Die Jungen sind Nestflüchter und werden von beiden Altvögeln begleitet.
Diese Möwenart ernährt sich von Insekten, Würmern, kleinen Fischen und Krebstieren. Sie sucht Nahrung an Stränden, auf Feldern und auch auf landwirtschaftlichen Flächen. Oft folgt sie dem Pflug, um Kleintiere aufzusammeln.
Natürliche Feinde sind größere Möwenarten, Rabenvögel und räuberische Fressfeinde wie Füchse. Bedrohungen ergeben sich durch die Zerstörung von Brutplätzen, durch Schwankungen im Wasserstand oder aufgrund Verfolgung und Verdrängung durch andere Arten. Die Bestände haben sich in den letzten Jahrzehnten in Europa zwar etwas erholt, dennoch bleibt die Art regional gefährdet.