Der Sumpfläufer ist ein kleiner, kompakter Watvogel mit relativ kurzem Schnabel und feiner Kopf- und Brustzeichnung. Im Vergleich zum
Alpenstrandläufer sind seine Beine kürzer und der schwarze Bauchfleck fehlt. Im Prachtkleid trägt der Sumpfläufer als typisches Merkmal eine dunkle Scheitellinie und weißliche Überaugenstreifen, während die Oberseite geschuppt wirkt. Sein Ruf ist ein feines Trillern. Er fliegt rasch mit schnellen Flügelschlägen.
Die Art brütet am Boden in den Seggenbeständen der Moore von Nordnorwegen bis Finnland, sowie in der feuchten Tundra Sibiriens. Das Nest ist eine flache Mulde im Bewuchs, es wird mit Pflanzenteilen ausgelegt. Das Männchen baut mehrere Nester; nur in eines legt das Weibchen zwei bis vier Eier, die dann von den beiden Eltern bebrütet werden. Die Jungvögel suchen schon direkt nach dem Schlüpfen nach Nahrung, wobei sie von den Eltern geführt und bewacht werden.
Der Sumpfläufer ernährt sich von Insekten wie Käfer und Mücken, kleinen Krebstieren und Würmern. Er ertastet die Beute mit seinem sensiblen Schnabel im weichen Schlamm und pickt sie auf.
Die Art wird durch die Entwässerung von Feuchtgebieten, durch Störungen auf den Zugrouten und durch die Verschmutzung der Rastplätze beeinträchtigt. Klimaveränderungen können das Habitat der Brutareale oder den Zeitpunkt des Vogelzugs verändern und damit die Fortpflanzung nachhaltig stören.