Bild vergrößern!
Sturmwellenläufer
Lateinisch: Hydrobates pelagicus
Englisch: European Storm Petrel
Französisch: Océanite tempête

Klasse: Vögel
Ordnung: Röhrennasen
Familie: Sturmschwalben

Größe:
bis 15 cm
Lebensraum: Klippen, Inseln, Nordostatlantik
Der Sturmwellenläufer war früher unter dem Namen Sturmschwalbe bekannt. Der schwarze Seevogel mit den schwarzen Beinen ist eine der kleinsten Arten auf dem Meer. Typisch ist das weiße Oberschwanzband und der gerade abgeschnittene Schwanz. Der Flug erfolgt niedrig über der Wasseroberfläche mit schnellen Flügelschlägen und kurzen Gleitphasen. Die Lautäußerungen bestehen aus trillernden und surrenden Lauten, die vor allem nachts in Kolonien zu hören sind.

Nach der Überwinterung in Südafrika kommt diese Sturmschwalbenart im Sommer in den Nordostatlantik zum Brüten, zum Beispiel auf den Färöern oder den schottischen Inseln. Die Brut erfolgt in Felsspalten, Mauerlücken oder verlassenen Röhrenbauten von anderen Tieren, die tagsüber als sicherer Unterschlupf dienen. Das Weibchen legt ein großes, weißes Ei, das von beiden Eltern mehrfach tageszeitlich versetzt bebrütet wird. Die Altvögel kehren vorwiegend nachts zurück und füttern den Nachwuchs dann mit vorverdauter Nahrung.

Die Nahrung besteht aus kleinen Krebstieren, Fischen und Tintenfischen, die an der Wasseroberfläche aufgenommen werden. Der Wellenläufer nutzt beim Jagen die Aufwinde hinter den Wellenkämmen zum Flug. Daher hat er auch seinen Namen erhalten. Invasive Säuger wie Ratten und Katzen sowie Möwen stellen eine erhebliche Gefahr dar. Zusätzlich wirken sich die Meeresverschmutzung und extreme Stürme negativ auf den Bruterfolg aus.


Artenvergleich

Der in der Farbe sehr ähnliche und etwas größere Wellenläufer Hydrobates leucorhous hat längere, spitze Flügel und einen deutlich gegabelten Schwanz. Der weiße Bürzel erscheint schmaler, und er besitzt ansatzweise eine dunkle Mittellinie. Diese Art ist auf den europäischen Meeren seltener anzutreffen, manchmal sieht man sie aber an der Nordsee. Der auf den Azoren und in Madeira vorkommende Madeirawellenläufer Hydrobates castro ist in etwa so groß wie ein Sturmwellenläufer, die Flügeldecken erscheinen in der Regel aber etwas heller, der Schwanz ist nur schwach gegabelt. Er fliegt schneller und mehr in einer geraden Linie.

© Thomas Seilnacht / Benutzerhandbuch / Lizenz / Impressum / KI-Erklärung / Datenschutz