Waldschnepfe
Lateinisch: Scolopax rusticola
Englisch: Eurasian Woodcock
Französisch: Bécasse des bois
Klasse: Vögel
Ordnung: Regenpfeiferartige
Familie: Schnepfenvögel
Größe: bis 38 cm
Lebensraum: Feuchte Laub- und Mischwälder mit dichter Bodenvegetation
Die Waldschnepfe ist eine gedrungene Schnepfe mit sehr langem Schnabel und großen, schwarzen Augen, die seitlich am Kopf sitzen. Dadurch hat die Schnepfe einen Blickwinkel von bis zu 180°. Das Gefieder ist braun und rostfarben gemustert und bietet eine perfekte Tarnung am Waldboden. Ihr Ruf ist charakteristisch: Während des Balzfluges lässt das Männchen ein tiefes, froschähnliches „Quorr“ und ein hohes „Puiss“ hören.
Die Flügelspannweite einer Waldschnepfe beträgt 55 bis 65 Zentimeter, ihr Gewicht erreicht 250 bis 450 Gramm.
Die Waldschnepfe brütet in den Wäldern Eurasiens, von Westeuropa bis nach Japan. Die Brutzeit in Mitteleuropa beginnt im März und endet im Juli. Während der Balz in der Abenddämmerung vollführt das Männchen an den Waldrändern Balzflüge, die als Schnepfenstrich bezeichnet werden. Dabei kann es auch zu Scheinkämpfen mit anderen Männchen in der Luft kommen, wenn mehrere Männchen um ein Weibchen buhlen. Die Paarung mit dem Weibchen erfolgt nach einem Balztanz am Boden in Nestnähe. Das Nest ist eine flache Mulde am Boden, oft zwischen Laub und Pflanzenresten. Das Gelege besteht meist aus vier Eiern, das vom Weibchen bebrütet wird. Die Brutdauer beträgt fast drei Wochen. Nach dem Schlupf führt das Weibchen die Küken, die als Nestflüchter bald selbständig nach Nahrung suchen. Die Mutter beschützt die noch nicht flugfähigen Jungen, in dem sie sich und die Jungen am Boden kauernd gut tarnt, oder sie lockt die Räuber von den Jungen weg, in dem sie vortäuscht, flugunfähig zu sein.
Die Nahrung besteht aus Würmern, Insektenlarven, Schnecken und anderen Bodenwirbellosen. Mit dem langen Schnabel sondiert die Waldschnepfe den feuchten Waldboden.
Natürliche Feinde sind Greifvögel, Marder und Füchse. Zusätzlich wird die Waldschnepfe vielerorts bejagt. Lebensraumverlust durch intensive Forstwirtschaft und Trockenlegung von Feuchtwäldern gefährden ebenfalls die Bestände. In Teilen Europas gilt sie als gefährdet, insgesamt ist sie aber noch verbreitet anzutreffen.