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Zwergschnepfe
Lateinisch: Lymnocryptes minimus
Englisch: Jack Snipe
Französisch: Bécassine sourde

Klasse: Vögel
Ordnung: Regenpfeiferartige
Familie: Schnepfenvögel

Größe:
bis 20 cm
Lebensraum: Moore, Feuchtwiesen und Sümpfe in der Taiga und Tundra
Die Zwergschnepfe ist die kleinste europäische Schnepfenart, sie ist nur so groß wie eine Feldlerche. Sie besitzt einen kurzen, aber immer noch langen Schnabel im Vergleich zur Körpergröße. Das Gefieder ist braun gemustert mit gelblichen Längsstreifen am Rücken, die Tarnung ist ausgezeichnet. Der dunkelbraune Scheitel mit den hellen Längsbändern kontrastiert zum hellgelben Überaugenstreif, beiden reichen bis in den Nacken. Die Farbe der Beine und Füße erscheint während der Brutzeit und im Sommer graugrün, im Winter bräunlich gelb. Männchen und Weibchen sind gleich gezeichnet; das Männchen erscheint aber etwas größer und das Weibchen hat einen etwas längeren Schnabel. Anders als andere Schnepfen fliegt die Zwergschnepfe meist erst sehr spät auf, wenn man sich nähert. Der Balzruf ist ein dumpfes, trommelndes „Chok-Chok-Chok“. Die Flügelspannweite beträgt 30 bis 40 Zentimeter, eine Zwergschnepfe wird im Schnitt nur 40 bis 80 Gramm schwer.

Das Brutgebiet der Zwergschnepfe reicht von Skandinavien bis nach Sibirien. Sie bevorzugt feuchte Moore und Sümpfe mit dichter Vegetation. Das Nest ist eine Mulde im Boden, gut versteckt zwischen den Pflanzen. Es wird mit Halmen und Blättern nur spärlich ausgepolstert. Das Gelege umfasst drei oder vier Eier, die vom Weibchen bebrütet werden. Das Brüten dauert dreieinhalb Wochen. Nach dem Schlupf führen das Weibchen und das Männchen die Küken und sorgen für deren Schutz. Die Jungen sind Nestflüchter und suchen bald selbständig nach Nahrung.

Die Nahrung besteht aus Insekten und ihren Larven, aus Ringelwürmern, Schnecken und kleinen Krebstieren, die mit dem Schnabel im weichen Boden oder im Schlamm aufgestöbert werden. Gelegentlich werden auch Pflanzensamen gefressen. Natürliche Feinde sind Greifvögel, Rabenvögel und kleine Raubsäuger. Gefährdungen entstehen durch die Entwässerung von Mooren, Lebensraumverlust und Klimawandel. In Mitteleuropa ist die Art ein seltener Zugvogel, sie gilt als gefährdet.

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