Geschichtliches: Färberginster war in
England, z.B. zur Zeit des Königs Edward III. (1312-1377) die wichtigste
Pflanze für Gelbfärbungen. Durch eine Überfärbung von
Färberwaid stellte man das berühmte "Kendalgrün" her. Das
Grün erhielt seinen Namen von der Stadt Kendal, in dessen Umgebung
der Färberginster in großer Anzahl wuchs. Die Färbemethode
wurde von Emigranten aus Flandern eingeführt.
Farbstoffgewinnung: Die färbenden Pflanzenteile
werden am besten schon vor der Blüte gesammelt und getrocknet.
Färben: Färberginster gehört
wie Reseda zu den Beizenfarbstoffen.
Die Färbung erfolgt auf vorgebeizter Wolle. Da Färberginster
nicht so farbstark wie Reseda ist, muss der Farbstoffextrakt besonders
stark konzentriert werden. Mit Alaunbeize erhält man ein Zitronengelb,
das durch eine Nachbehandlung mit Eisen(II)-sulfat dunkelbraun wird. Mit
Kupfer(II)-sulfat als Beizmittel ist auch eine grünolive Farbe zugänglich.