| Färberwaid
Größe 1 - 1,5 m, Blütenfarbe gelb |
Isatis
tinctoria
Kreuzblütler
|
|
|
|
| Vorkommen
Heimat im Kaukasus, heute in Indien, Nordafrika und Mitteleuropa |
Farbstoff Isatan B als Indigo-Vorstufe in den Waidblättern (indigoblau färbend) |
| Geschichte |
| Schon die alten Griechen und Römer gebrauchten den Waid zum Färben, ebenso wie die Gallier und die Germanen. Im Mittelalter war der Waid die bedeutendste Färbepflanze. Im 13. Jahrhundert entstanden in Thüringen, beispielsweise in Gotha, Erfurt, Langensalza, Tennstedt und Arnstadt, bedeutende Färberzentren für den Waidanbau. Die besten Sorten stammten allerdings aus der Provence, dem Longuedoc und der Normandie. Im 17. Jahrhundert wurde der Färberwaid zugunsten des stärker färbenden, indischen Indigos verdrängt. |
| Nutzung |
| Im
Juni werden die Blätter eingesammelt und danach sofort abgewaschen,
möglichst schnell getrocknet und in Nassmühlen zu einem Brei
zermahlen. Das Produkt wird auf einen etwa ein Meter hohen Haufen geschichtet
und beginnt darin zu gären. Nach zwei Wochen werden die Haufen vermischt
und zu kleinen, runden Ballen, sogenannten "Waidkugeln" verarbeitet.
Die Waidkugeln wurden früher von den Angestellten der Färber, den Waidknechten, mit Urin angefeuchtet und einer erneuten Gärung ausgesetzt. Nach einer Lagerzeit von etwa zwei Jahren kam der vergärte Waid in die Färbehäuser. Dort wurde er nochmals mit Urin und Pottasche bei 60°C verrührt. Erst nach drei Tagen entstand eine Brühe, die Küpe, welche zum Färben geeignet war. Die Textilien wurden für eine Stunde in die Küpe getaucht. Beim Herausziehen der gefärbten Stoffe waren diese zunächst gelb eingefärbt. Erst an der Luft entwickelte sich auf den Textilien durch eine Oxidation die blaue Farbe. |
| Copyright: T. Seilnacht |