| Echter
Indigo
Größe bis 3 m, Blütenfarbe rosarot |
Indigofera
tinctoria
Schmetterlingsblütler
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| Vorkommen Afrika, Indien und China, kultiviert auch in den USA (South Carolina, Georgia, Lousiana) | Farbstoff Indican, als Vorstufe zum Indigo in den Blättern und im Stängel (indigoblau färbend) |
| Geschichte |
| Indigo
ist neben Krapp und Reseda
einer der ältesten bekannten, pflanzlichen Farbstoffe. Die ältesten
Funde stammen aus einer steinzeitlichen Höhle in Frankreich. In Mumien
der Ägypter, 2.000 vor Christus, wurden mit Indigo gefärbte Bänder
gefunden. In Europa gewann man den „König der Farbstoffe“ lange Zeit
aus Färberwaid, einer Blütenpflanze aus
der Familie der Kreuzblütler. Der in Thüringen produzierte Waidindigo
wurde nach Sachsen oder in die Tuchstadt Köln exportiert. Über
die Hafenstädte Hamburg, Lübeck und Bremen gelangte er nach Holland
und nach England.
Mit der Gründung der ostindischen Handelsgesellschaft im Jahre 1602 durch die Holländer war der Untergang des europäischen Waids besiegelt: Die holländischen Seefahrer begannen, Indigo aus Indien zu importieren. Die asiatische Indigopflanze zeichnete sich durch eine höhere Farbausbeute aus. Dadurch war der Farbstoff preisgünstiger herzustellen. Zur Stützung des einheimischen Waidhandels wurden zunächst Verbote erlassen, die die Einfuhr und die Weiterverarbeitung des indischen Indigos verhindern sollten. In Nürnberg drohte einem Färber sogar die Todesstrafe, wenn er sich nicht daran hielt. Im 17. Jahrhundert, nach einem langen Konkurrenzkampf, setzte sich jedoch der indische Indigo aufgrund seines höheren Farbstoffgehalts endgültig durch. Das Jahr 1878 brachte für den Handel mit Indigo eine entscheidende Wende, da dem deutschen Chemiker Adolf von Baeyer die erste künstliche Herstellung von Indigo gelang. Ab 1897 kam dieser synthetische Indigo durch die Badische Anilin- und Sodafabrik (BASF) in Ludwigshafen zu einem sehr günstigen Preis in den Handel. |
| Nutzung |
| Die
Pflanzenteile werden zur Blütezeit abgeschnitten und in großen
Behältern mit Wasser bedeckt und der Gärung überlassen.
Dabei bildet sich aus dem wasserlöslichen, gelben Farbstoff Indican
durch eine Oxidation mit Luft dunkelblaues, wasserunlösliches Indigo.
Dieses wird nach der Trocknung in Blöcke geschnitten und gelangt so
in den Handel. Der Umwandlungsprozess wird noch durch das Schlagen mit
Stöcken und Schaufeln beschleunigt, wodurch viel Luft an die Farbstofflösung
gelangt.
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