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 Bittersüßer Nachtschatten 
 Juni - August, 2 - 3 m
 Solanum dulcamara
Nachtschattengewächse
 
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Vorkommen  Wälder, Gebüsche, nasse Ufer, auch im Mittelgebirge 
Wirkstoffe  Saponine und Solanin 
Gift  Beeren, Kraut, Wurzeln
Merkmale  Halbstrauch; Blüten fünfzählig mit meist zurückgeschlagenen Zipfeln, mit violetten Kronblättern und gelben Staubblättern; reife Beeren rot
 
Botanik
Der Bittersüße Nachtschatten ist ein Halbstrauch, der unten verholzt ist und oben einen krautigen Stängel besitzt. Die Blüten des Nachtschattengewächses erinnern an die der Kartoffel. Sie haben eine fünfteilige Krone, im Blütenzentrum befinden sich die gelben, kegelförmig verwachsenen Staubbeutel. Die Beeren schmecken anfangs bitter, später dann eher süßlich. Es gelten bereits 10 Beeren für einen Erwachsenen tödlich.  
   
  Giftpflanze 
 
Geschichte
In der Antike wurde ein Extrakt der Wurzelrinde im Wein als Schlafmittel benutzt. Die Germanen benutzten es als Narkotikum. Der germanische Name "Nachtschaden" geht auf einen elbischen Dämon zurück, der in Albträumen die Schlafenden heimsuchte. Die Pflanze wirkte darauf beruhigend. Nach einem alten Volksglauben legte man Kindern das Kraut als Mittel gegen Zauberei in die Wiege, das Umhängen der Stengel sollte Vieh vor Krankheiten schützen. Im Mittelalter glaubte man, dass ein um den Hals getragener Beerenkranz vor übler Nachrede schütze. 
 
Drogengewinnung und toxische Wirkungen
Aufgrund der hohen Giftigkeit sollte die Pflanze nicht gesammelt werden. In der Volksmedizin dienten die Wirkstoffe als schweiß- und harntreibende Mittel, außerdem gegen Asthma und als Abführmittel. Äußerlich angewendet wurden sie bei Ekzemen und chronischen Hauterkrankungen eingesetzt. In der Medizin werden die Stängel (Dulcamarae stipites) bei Hautleiden wie Neurodermitis oder Ekzemen eingesetzt.  
    
Die Wirkstoffe befinden sich in den Beeren, aber auch im Kraut und in den Wurzeln. Das Saponin bewirkt eine Hämolyse im Blut. Dabei lösen sich die roten Blutkörperchen auf. Das Steroid-Alkaloid Solanin ist ein Zellgift, das sich übrigens auch in unreifen oder auskeimenden Kartoffeln befindet. 
 
Akute Vergiftung
Die Vergiftungssymptome zeigen sich zunächst durch ein Kratzen im Mund und Rachen. Es folgen Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle, erhöhter Puls, Atemnot, Schwindel, Nierenbeschwerden, später zentrale Erregung, Angstzustände, Fieber, Krämpfe, Benommenheit und Lähmungserscheinungen. Der Tod tritt durch eine Atemlähmung ein.  
 
Gegenmaßnahmen
Ernste Vergiftungen treten nach der Aufnahme ab 5-10 Beeren auf, dann ist eine Giftzentrale oder ein Arzt anzurufen. Entsprechende Maßnahmen zur gezielten Bekämpfung der Vergiftung sollte nur der Arzt durchführen. Der Arzt kann eine Magenspülung durchführen oder - falls es angebracht erscheint - Abführmittel verabreichen. Beim Auftreten von Krämpfen werden Barbiturate verabreicht, bei Atemstörungen Kreislaufmittel.  
  
 
Hinweis: Die dargestellten Notfallmaßnahmen stellen keine Handlungsempfehlungen für medizinische Fachkreise dar, da die vorliegende Publikation zum Einsatz im Biologieunterricht gedacht ist. (vgl. Sofortmaßnahmen)  
 
 
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