Merkmale
Die Erdkröte ist kräftig gebaut und hat eine warzige Haut. Die Grundfärbung reicht von graubraun über oliv bis rötlich, sie stellt eine gute Tarnung am Boden dar. Auffällig sind die großen, gold- bis kupferfarbenen Augen mit waagerechter Pupille sowie die deutlichen Ohrspeicheldrüsen hinter den Augen, die Parotiden genannt werden und ein schleimhautreizendes Sekret abgeben. Die Erdkröte besitzt keinen Kehlsack, ihre Rufe werden nicht wie bei den Froschmännchen durch eine Schallblase verstärkt, die Rufe der Erdkröte klingen daher viel leiser. Die Hinterbeine sind kräftig ausgebildet, die Schwimmhäute reichen bis in die Zehenzwischenräume. Das Weibchen ist größer und schwerer als das Männchen, besonders große Weibchen erreichen ein Gewicht von bis zu 100 Gramm. In freier Wildbahn können Erdkröten 10 bis 12 Jahre alt werden, sofern sie vorher nicht überfahren oder gefressen werden.
Säugetiere benutzen ihren Brustkorb zur Unterstützung der Atmung. Bei der Erdkröte übernimmt der Mundhöhlenboden diese Aufgabe einer „Atempumpe“: Durch das Anheben und Senken wird die Luft durch die Nasenlöcher in die Lunge gepumpt. Beim Senken gelangt die Luft durch die Nasenlöcher in den Mund, beim Anheben des Mundhöhlenbodens wird die Luft bei geschlossenen Nasenlöchern in die Lunge gepresst. Beim zweiten Senken wird die verbrauchte Luft aus der Lunge gesaugt, beim zweiten Heben gelangt sie über die Nasenlöcher wieder heraus. Bei einem Atemvorgang hebt und senkt sich der Mundhöhlenboden also jeweils zweimal. In der Fachsprache nennt man diese Art der Atmung bei den Amphibien Buccal Pumping (in der Medizin bucca = Mundraum). Ein Teil der Atmung erfolgt bei der Erdkröte über die Haut. Bei feuchter und kühler Umgebung – zum Beispiel unter Wasser – kann die Hautatmung sogar den Hauptanteil ausmachen.
Von der Kreuzkröte unterscheidet sich die Erdkröte durch die größere Körpergröße und die fehlende helle Rückenlinie. Die ähnlich große Wechselkröte hat eine grün gefleckte Zeichnung. Vom Grasfrosch ist die Erdkröte durch die warzige Haut, den plumpen Körperbau und die Pupillenform gut zu unterscheiden. Erdkröten und Teichfrösche teilen sich oft einen Teich und laichen zeitlich versetzt: Die Kaulquappen der Erdkröte sind im Frühjahr viel früher ausgebildet, oft schon Ende Februar bis Ende März. Die Teichfrösche laichen erst im April, Mai oder manchmal sogar erst im Juni. Die Kaulquappen der Erdkröte sind im Vergleich zum Teichfrosch kleiner, rundlicher und dunkler, sie erscheinen olivbraun bis schwarzbraun, die Schwanzflosse ist kürzer und ebenfalls durchgehend dunkel. Die Kaulquappen des Teichfrosches erscheinen heller und schlanker, sie haben oft ein feines Fleckenmuster.
Lebensweise
Erdkröten sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber verbergen sie sich in selbstgegrabenen Erdhöhlen, unter Steinen, Holz oder dichter Vegetation. Im zeitigen Frühjahr unternehmen sie oft weite Wanderungen zu ihren Laichgewässern und zeigen dabei hohe Standorttreue. Die Männchen klammern sich kurz vor dem Laichen an die Weibchen. Bei diesem als Amplexus bezeichneten Vorgang wird bei beiden Partnern die Ei- und Samenfreisetzung für die äußere Befruchtung koordiniert. Die Eiablage des Weibchens erfolgt in langen Laichschnüren mit mehreren tausend Eiern, die um Wasserpflanzen gelegt werden und dann fast gleichzeitig vom Männchen besamt werden. Die Kaulquappen schlüpfen nach knapp einer Woche, sie ernähren sich von Algen oder Mikroorganismen und verwandeln sich je nach vorliegender Wassertemperatur nach sechs bis zehn Wochen zu Jungkröten, die das Wasser dann zügig verlassen. Den Winter verbringen Erdkröten in frostfreien Verstecken an Land oder eingegraben im Boden.
Nahrungserwerb
Erdkröten sind Lauerjäger. Mit einem raschen Zungenschuss fangen sie ihre Beute. Größere Beute wird mit dem Maul aufgegriffen. Zur Nahrung zählen Regenwürmer, Schnecken, Insekten wie Käfer, Ameisen, Fliegen oder Tausendfüßer sowie Asseln und Spinnen. Die Kaulquappen ernähren sich anfangs von Algen und Plankton, später fressen sie auch Aas und Pflanzenmaterial. Dazu benutzen sie ihre verhornten Raspelzähnchen. Bei der Umwandlung zur erwachsenen Kröte bilden sich diese wieder zurück, die ausgewachsene Erdkröte ist zahnlos. Die Beute wird in einem Stück verschluckt.
Feinde und Gefahren
Das bitter schmeckende Hautsekret schützt die Erdkröte vor Fressfeinden. Das weißlich-klebrige Sekret ist schleimhautreizend und brennt in den Augen. Haustiere können beim Spielen mit Kröten oder bei Fressversuchen Vergiftungssymptome zeigen, für den Menschen ist es bei bloßer Berührung ungefährlich. Einige der natürlichen Fressfeinde wie die Ringelnatter haben eine Immunität gegen das Krötengift entwickelt. Während Schlangen die Kröten in einem Stück verschlucken, häuten Marder und Waschbären die Kröten, bevor sie sie fressen. Vögel mit langen Schnäbeln wie Reiher und Störche setzen auf Geschwindigkeit: Sie werfen die Kröten hoch und verschlucken sie dann sofort, das Gift wird im Verdauungstrakt unschädlich gemacht.
Während der Laichwanderungen werden viele Erdkröten auf den Straßen überfahren, sofern keine Schutzzäune angelegt werden. Weitere Bedrohungen sind der Verlust von Feuchtgebieten, die Verfüllung kleiner Tümpel, die Gewässerverschmutzung und der Einsatz von Pestiziden. Schutzmaßnahmen wie Amphibienzäune, Überquerungshilfen, Ersatzlaichgewässer und vernetzte Biotope sind wichtig für stabile Bestände. In Mitteleuropa gilt die Erdkröte insgesamt als nicht gefährdet, regional sind die Bestände jedoch rückläufig; sie steht unter Schutz.
Weitere Medien
Amphibienquiz im Lernlabor
Bilderbuch Kröten (pdf)
Steckbrief zum Ausfüllen (pdf)
Merkmale der Amphibien
Gefährdungen der Amphibien
Übersicht europäischer Amphibien (pdf)
Fotos und Grafiken
Die Erdkröte ist kräftig gebaut und hat eine warzige Haut. Die Grundfärbung reicht von graubraun über oliv bis rötlich, sie stellt eine gute Tarnung am Boden dar. Auffällig sind die großen, gold- bis kupferfarbenen Augen mit waagerechter Pupille sowie die deutlichen Ohrspeicheldrüsen hinter den Augen, die Parotiden genannt werden und ein schleimhautreizendes Sekret abgeben. Die Erdkröte besitzt keinen Kehlsack, ihre Rufe werden nicht wie bei den Froschmännchen durch eine Schallblase verstärkt, die Rufe der Erdkröte klingen daher viel leiser. Die Hinterbeine sind kräftig ausgebildet, die Schwimmhäute reichen bis in die Zehenzwischenräume. Das Weibchen ist größer und schwerer als das Männchen, besonders große Weibchen erreichen ein Gewicht von bis zu 100 Gramm. In freier Wildbahn können Erdkröten 10 bis 12 Jahre alt werden, sofern sie vorher nicht überfahren oder gefressen werden.
Säugetiere benutzen ihren Brustkorb zur Unterstützung der Atmung. Bei der Erdkröte übernimmt der Mundhöhlenboden diese Aufgabe einer „Atempumpe“: Durch das Anheben und Senken wird die Luft durch die Nasenlöcher in die Lunge gepumpt. Beim Senken gelangt die Luft durch die Nasenlöcher in den Mund, beim Anheben des Mundhöhlenbodens wird die Luft bei geschlossenen Nasenlöchern in die Lunge gepresst. Beim zweiten Senken wird die verbrauchte Luft aus der Lunge gesaugt, beim zweiten Heben gelangt sie über die Nasenlöcher wieder heraus. Bei einem Atemvorgang hebt und senkt sich der Mundhöhlenboden also jeweils zweimal. In der Fachsprache nennt man diese Art der Atmung bei den Amphibien Buccal Pumping (in der Medizin bucca = Mundraum). Ein Teil der Atmung erfolgt bei der Erdkröte über die Haut. Bei feuchter und kühler Umgebung – zum Beispiel unter Wasser – kann die Hautatmung sogar den Hauptanteil ausmachen.
Von der Kreuzkröte unterscheidet sich die Erdkröte durch die größere Körpergröße und die fehlende helle Rückenlinie. Die ähnlich große Wechselkröte hat eine grün gefleckte Zeichnung. Vom Grasfrosch ist die Erdkröte durch die warzige Haut, den plumpen Körperbau und die Pupillenform gut zu unterscheiden. Erdkröten und Teichfrösche teilen sich oft einen Teich und laichen zeitlich versetzt: Die Kaulquappen der Erdkröte sind im Frühjahr viel früher ausgebildet, oft schon Ende Februar bis Ende März. Die Teichfrösche laichen erst im April, Mai oder manchmal sogar erst im Juni. Die Kaulquappen der Erdkröte sind im Vergleich zum Teichfrosch kleiner, rundlicher und dunkler, sie erscheinen olivbraun bis schwarzbraun, die Schwanzflosse ist kürzer und ebenfalls durchgehend dunkel. Die Kaulquappen des Teichfrosches erscheinen heller und schlanker, sie haben oft ein feines Fleckenmuster.
Lebensweise
Erdkröten sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber verbergen sie sich in selbstgegrabenen Erdhöhlen, unter Steinen, Holz oder dichter Vegetation. Im zeitigen Frühjahr unternehmen sie oft weite Wanderungen zu ihren Laichgewässern und zeigen dabei hohe Standorttreue. Die Männchen klammern sich kurz vor dem Laichen an die Weibchen. Bei diesem als Amplexus bezeichneten Vorgang wird bei beiden Partnern die Ei- und Samenfreisetzung für die äußere Befruchtung koordiniert. Die Eiablage des Weibchens erfolgt in langen Laichschnüren mit mehreren tausend Eiern, die um Wasserpflanzen gelegt werden und dann fast gleichzeitig vom Männchen besamt werden. Die Kaulquappen schlüpfen nach knapp einer Woche, sie ernähren sich von Algen oder Mikroorganismen und verwandeln sich je nach vorliegender Wassertemperatur nach sechs bis zehn Wochen zu Jungkröten, die das Wasser dann zügig verlassen. Den Winter verbringen Erdkröten in frostfreien Verstecken an Land oder eingegraben im Boden.
Nahrungserwerb
Erdkröten sind Lauerjäger. Mit einem raschen Zungenschuss fangen sie ihre Beute. Größere Beute wird mit dem Maul aufgegriffen. Zur Nahrung zählen Regenwürmer, Schnecken, Insekten wie Käfer, Ameisen, Fliegen oder Tausendfüßer sowie Asseln und Spinnen. Die Kaulquappen ernähren sich anfangs von Algen und Plankton, später fressen sie auch Aas und Pflanzenmaterial. Dazu benutzen sie ihre verhornten Raspelzähnchen. Bei der Umwandlung zur erwachsenen Kröte bilden sich diese wieder zurück, die ausgewachsene Erdkröte ist zahnlos. Die Beute wird in einem Stück verschluckt.
Feinde und Gefahren
Das bitter schmeckende Hautsekret schützt die Erdkröte vor Fressfeinden. Das weißlich-klebrige Sekret ist schleimhautreizend und brennt in den Augen. Haustiere können beim Spielen mit Kröten oder bei Fressversuchen Vergiftungssymptome zeigen, für den Menschen ist es bei bloßer Berührung ungefährlich. Einige der natürlichen Fressfeinde wie die Ringelnatter haben eine Immunität gegen das Krötengift entwickelt. Während Schlangen die Kröten in einem Stück verschlucken, häuten Marder und Waschbären die Kröten, bevor sie sie fressen. Vögel mit langen Schnäbeln wie Reiher und Störche setzen auf Geschwindigkeit: Sie werfen die Kröten hoch und verschlucken sie dann sofort, das Gift wird im Verdauungstrakt unschädlich gemacht.
Während der Laichwanderungen werden viele Erdkröten auf den Straßen überfahren, sofern keine Schutzzäune angelegt werden. Weitere Bedrohungen sind der Verlust von Feuchtgebieten, die Verfüllung kleiner Tümpel, die Gewässerverschmutzung und der Einsatz von Pestiziden. Schutzmaßnahmen wie Amphibienzäune, Überquerungshilfen, Ersatzlaichgewässer und vernetzte Biotope sind wichtig für stabile Bestände. In Mitteleuropa gilt die Erdkröte insgesamt als nicht gefährdet, regional sind die Bestände jedoch rückläufig; sie steht unter Schutz.
Weitere Medien
Amphibienquiz im Lernlabor
Bilderbuch Kröten (pdf)
Steckbrief zum Ausfüllen (pdf)
Merkmale der Amphibien
Gefährdungen der Amphibien
Übersicht europäischer Amphibien (pdf)
Fotos und Grafiken

