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Zur Biologie der Orchideen
von Thomas Seilnacht
 
Die Großansichten zum Drucken und Präsentieren finden Sie auf der CD-ROM.

Die Orchideen gehören mit über 20000 Arten zur artenreichsten Familie der Blütenpflanzen. Die Arten haben sich an die verschiedenartigsten Lebensräume der Erde angepasst. Sie gehören infolge ihrer bizarr geformten und oft leuchtend gefärbten Blüten zu den begehrtesten Pflanzen.
 

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Blütenhüllblätter der Sumpfwurz:
oben die drei äußeren Hüllblätter (Sepalen),
unten links und rechts die beiden Petalen und
in der Mitte die Lippe mit dem nektarreichen Sporn
 
Alle Orchideen besitzen 6 Blütenhüllblätter. Die drei äußeren Blütenhüllblätter sind gleichförmig gestaltet (Sepalen). Von den drei inneren Hüllblättern (Petalen) ist eines zu einer Lippe geformt, das am Ende oft mit einem nektarreichen Sporn versehen ist. Im Gegensatz zu den Lilien, die 6 Staubblätter ausbilden, findet sich bei den Orchideen - von wenigen Ausnahmen abgesehen - nur ein fruchtbares Staubblatt. Der Griffel ist mit dem Staubblatt verwachsen und stellt eine Fortsetzung des unterständigen Fruchtknotens dar. Sitzt nun ein Insekt auf die bequeme Lippe, wird es dazu verleitet, in den Sporneingang hineinzukriechen, um den süßen Saft des Nektars zu erreichen. Dabei berührt es die klebrige Narbe des Griffels dicht über dem Sporneingang. An seinen Kopf heften sich zwei klebrige Pakete mit Pollen, die aus zwei an den Staubblättern sitzenden Staubbeuteln (Antheren) stammen. Fliegt das Insekt fort, stösst es seinen Kopf mit den Pollenpaketen an die weibliche Narbe der nächsten Orchidee. Nach Abwurf der Samen erfolgt die Weiterentwicklung erst nach einer Infektion mit bestimmten Pilzen, mit denen die Orchideen eine Lebensgemeinschaft (Symbiose) eingehen. Den Winter überdauern die Orchideen oft in einer Knolle, in der die Nährstoffe gespeichert werden.
 
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parallelnerviges Blatt des Frauenschuhs
 
Die Orchideen gehören wie die Liliengewächse und die Gräser zu den einkeimblättrigen Pflanzen (Liliopsida). Bei der Keimung kommt anfangs nur ein Blatt aus dem Boden. Die Blätter der Orchideen sind parallelnervig, d.h. die Blattnerven verzweigen sich nicht, sie liegen alle parallel.
 
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Fliegenragwurz: Die Orchideen sind geschützt!
 
Da die Orchideen recht selten und auch empfindlich sind, unterliegen alle einheimischen Pflanzen dem Artenschutz. Die Standorte dürfen demnach nicht betreten werden (oder nur mit gebührendem Abstand), das Ausreißen oder Ausgraben einzelner Exemplare ist verboten.
 
 
Copyright: T. Seilnacht
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