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| Im Sommer trägt das Wildschwein ein
kurzes, hellbraunes Borstenfell mit hellen Spitzen an den Enden der Grannen.
Schon gegen Ende des Sommers findet ein Fellwechsel statt. Das dunkelgraue
Winterfell ist viel dicker mit langen Deckhaaren und feinen Wollhaaren
darunter. Auf dem Rücken zeigt sich oft ein Kamm. Der Schwanz wird
oft bewegt, er drückt die Stimmung des Schweines aus. Das männliche
Wildschwein, der Keiler, ist deutlich schwerer
und größer als die weibliche Bache.
Er wiegt im Schnitt 50-150 Kilogramm, die Bache dagegen höchstens
100 Kilogramm. Einzelne Exemplare des Keilers bringen in seltenen Fällen
mehr als 300 Kilogramm auf die Waage. Frisch geborene Jungtiere, die Frischlinge,
erkennt man an einem hellbraunen bis gelblichen Fell, das von vier bis
fünf gelbbraunen Streifen durchzogen ist.
Beim Keiler sind die Eckzähne zu mächtigen Hauern ausgebildet. Mit diesem Instrument imponieren die Wildschweine den Weibchen, sie benutzen sie bei Kämpfen, sie sind aber auch zum Graben geeignet. Das Wildschweingebiss ist ein typisches Gebiss eines Nichtwiederkäuers. Das Wildschwein lebt in weiten Teilen Europas,
Asiens und in Marokko; in Australien und im Osten der USA wurde es eingebürgert.
Als Allesfresser ist es sehr anpassungsfähig. Es kann den Boden aufwühlen
und kommt so an Nahrung wie Wurzeln oder Würmer, die den anderen großen
Säugetieren nicht zugänglich ist. Gefressen werden Mäuse,
Schnecken, Insekten, Pilze, Blätter und Triebe der Hölzer, Baumfrüchte
der Eiche und der Buche, sowie Feldfrüchte wie Kartoffeln oder Kohl.
Beim Aufwühlen des Bodens können
Wildschweine große Schäden anrichten, vor allem wenn sie in
Gärten oder Parks nach Blumenzwiebeln suchen. Das Gehör und vor
allem der Geruchssinn ist außergewöhnlich gut entwickelt. Dies
ist auch der Grund, warum Wildschweine in Teilen Frankreichs zur Trüffelsuche
abgerichtet werden. Trüffel sind sehr begehrte und extrem teure
Speisepilze.
Nach drei Monaten, drei Wochen und drei
Tagen werden die Jungen im Frühling geboren. Die Bache gräbt
vor der Geburt eine Mulde, sie polstert diese
mit Moos und Gras aus und überdacht die ganze Behausung. Die vier
bis zehn Frischlinge verlassen die Mulde zusammen mit ihrer Mutter nach
zwei oder drei Wochen. Bei Störungen verteidigt die Bache zu diesem
Zeitpunkt ihre Jungen sehr aggressiv, manchmal greift sie dabei auch den
Menschen an, der ihr zu nahe kommt. Trotzdem sterben viele Jungtiere, vor
allem Kälteeinbrüche und Fressfeinde dezimieren den Wildschweinbestand
erheblich. In Europa machen vor allem Wolf,
Braunbär, Luchs,
Fuchs, Wildkatze
und Uhu Jagd auf Frischlinge. In Asien gehört auch der Tiger dazu.
In freier Wildbahn erreichen nur etwa 10% aller neugeborener Tiere das
Erwachsenenalter von fünf Lebensjahren. In Tierpark können Wildschweine
mehr als 20 Jahre alt werden.
Weitere Infos: Gebisse von Säugern |
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