Blütenpflanzenfamilien
Die hier vorgestellten Familien stellen einen Auszug aus der Vielfalt der mitteleuropäischen Bedecktsamer mit zwei Keimblättern dar. Anhand der typischen, gemeinsamen Merkmale, die die Verwandtschaftsverhältnisse ausdrücken, können die Pflanzenfamilien bestimmt werden. Hervorgehoben werden Merkmale, die für Schülerinnen und Schüler verständlich und nachvollziehbar sind.
 
Bild vergrößern! Nelkengewächse: Beispiel Rote Lichtnelke 
Die Nelkengewächse besitzen gegenständige Blätter, meist 5 Kelch- und Blumenkronblätter, sowie 2 x 5 Staubblätter. Bei einigen Arten sind die Kronblätter zweilappig. Die Frucht ist in der Regel eine Kapsel, eher selten kommen Beeren oder Nüsse vor. 
  
 >Gletschernelke, >Taubenkropf-Leimkraut, >Vogel-Miere
  
 
Bild vergrößern! Hahnenfußgewächse, Beispiel Scharfer Hahnenfuß 
Sie besitzen oft 5 Kelch- und Blumenkronblätter (oder mehr), wobei diese manchmal zu Honigblättern mit nektarspendenden Verdickungen umgebildet sind. Die Kelch-, Blumenkron- und Fruchtblätter sind nicht verwachsen (apokarpes Gynoeceum). Es sind meistens mehr als 20 Staubblätter vorhanden. 
   
>Buschwindröschen, >Gelbes Windröschen, >Leberblümchen, >Scharbockskraut, >Sumpf-Dotterblume, Winterling
  
 
Bild vergrößern! Kreuzblütler, Beispiel Wiesenschaumkraut 
Kreuzblütler fallen durch ihre vier kreuzweise angeordneten Kelch- und Blumenkronblätter auf. Die 4 Staubblätter im inneren Kreis sind länger als die zwei kurzen Staubblätter im äußeren Kreis. Die Blüten sitzen in Trauben oder eher selten in Trugdolden an den Stängeln und bilden als Frucht Schoten oder Schötchen aus. 
  
>Brunnenkresse, >Knoblauchsrauke
  
 
Bild vergrößern! Rosengewächse, Beispiel Heckenrose 
Bei den Rosengewächsen besitzen die wechselständigen Blätter fast immer ein Nebenblatt. Die Fruchtblätter sind nicht verwachsen (apokarpes Gynoeceum), die Kronblätter sind meist zu einem Kelch geformt. Typisch für die Rosengewächse sind auch ihre trockenen oder fleischigen Beeren- oder Obstfrüchte (Apfel, Birne, Kirsche). 
  
>Wald-Erdbeere, >Gänse-Fingerkraut, >Alpen-Heckenrose
  
 
Bild vergrößern! Schmetterlingsblütler, Beispiel Hauhechel 
Die typische Schmetterlingsblüte besteht aus 5 Blumenkronblätter, der aufgerichteten "Fahne", zwei schmalere seitliche Blätter, den "Flügeln" und zwei untere, zu einem "Schiffchen" vereinte Kronblätter. Die 10 Staubblätter sind meist zu einer Röhre verwachsen. Die Blüten bilden in der Regel Hülsenfrüchte. 
  
>Esparsette, >Horn-Klee, >Rot-Klee, >Wund-Klee, >Vogel-Wicke, >Zaun-Wicke
  
 
Bild vergrößern! Doldenblütler, Beispiel Giersch 
Doldenblütler lassen sich leicht an der vielstrahligen Dolde und an den auf den Doldenstielen aufsitzenden Döldchen erkennen (Doppeldolde). Achtung: Die Schafgarbe ist kein Doldenblütler, da die Blütenstiele nicht von einem Ansatzpunkt ausgehen.  
  
>Bärenklau, >Wiesen-Kerbel, >Wilde Möhre, >Hundspetersilie, >Garten-Petersilie, >Gefleckter Schierling
  
 
Bild vergrößern! Lippenblütler, Beispiel Wiesensalbei 
Die Blumenkronblätter sind zu einer Unter- und einer Oberlippe verwachsen, so dass ein offener Schlund entsteht, in den die Insekten hereinkriechen können. Dabei senken sich die Staubblätter auf den Insektenkörper. Lippenblütler besitzen zwei lange und zwei kurze Staubblätter. Die Stängel sind meist vierkantig, die Blätter kreuzweise gegenständig. Viele Lippenblütler sondern ätherische Öle ab. 
  
>Gundermann, >Rosmarin, >Gefleckte Taubnessel, >Thymian
  
 
Bild vergrößern! Korbblütler, Beispiel Wiesen-Margerite 
Die Blüten der Korbblütler bilden Blütenstände als Körbchen oder Köpfchen aus. Im inneren Bereich befinden sich Röhrenblüten und im äußeren Bereich Zungenblüten. Der Blütenstand ist oft von einem Hüllkelch aus Hüllblättern umgeben.  

Beide Blütentypen: >Gänseblümchen, >Wiesen-Margerite 
Nur Röhrenblüten: > Wiesen-Flockenblume, > Kohl-Kratzdistel 
Nur Zungenblüten: > Löwenzahn, >Wegwarte

 
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Flockenblume: nur Röhrenblüten
Wegwarte: nur Zungenblüten
 

Der nachfolgende Bestimmungsschlüssel stellt eine einfache Orientierung für sieben markante Blütenpflanzenfamilien Mitteleuropas dar. Der Bestimmungsschlüssel liegt auch als pdf-Datei vor.


 
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Copyright: Thomas Seilnacht